Ist christliche Morallehre Kindesmissbrauch?

von Michael Cook - ins Deutsche übertragen von Horst Niederehe
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Australiens führender Schwulen-Aktivist behauptet, dass ein Heftchen der katholischen Bischofskonferenz Australiens, in dem die natürliche Ehe zwischen Mann und Frau verteidigt wird, Antidiskriminierungs-Gesetze verletzt. Schlimmer noch: das Heft setze „verletzliche Kinderseelen“ zerstörerischen Botschaften aus.

Rodney Croome, Nationaler-Direktor für Gleichstellung der Ehe ärgert sich darüber, dass katholische Schulen in Tasmanien auf Veranlassung von Erzbischof Julian Porteous das Heft „Don’t Mess with Marriage“ an 12.000 Schulkinder verteilen, damit sie es ihren Eltern weitergeben.

Einige Lehrer waren schockiert, dass katholische Schulen katholische Literatur verteilten, sagt Mr. Croome und fährt fort:

„Die katholische Kirche hat jedes Recht, ihre Ansichten von der Kanzel herab zu verkünden, doch ist es völlig unangemessen, junge Menschen als Kuriere von Vorurteilen zu missbrauchen. Im Heft wird behauptet, dass die Sexualität homosexueller Schüler falsch sei und ihre Vorstellung von Partnerschaft eine Gefahr für Ehe, Religion und Gesellschaft ist“.

Mr. Croome behauptet sogar, dass Lehrer, die sich zur Mitarbeit bei solchen Aktionen hergeben, ihre Schüler missbrauchen, ein Tatbestand, der sie ihren Job kosten könne.

„Jeder Schulleiter oder Lehrer, der verletzliche Kinder solch verstörenden Botschaften aussetzt, verletzt nicht nur seine Fürsorgepflicht, er ist eine Gefahr für die Schüler.“

Es gab eine Zeit, in der katholische Lehrer gefeuert worden wären, hätten sie der Homosexualität das Wort geredet. Heute will Mr. Croome diese Menschen gefeuert wissen, weil sie die katholische Lehre vertreten.

Was für perverse Anschuldigungen enthält das Heft eigentlich? Etwa hasserfüllte Herabwürdigung homosexueller Menschen? Aufrufe zur Gewalt? Nichts dergleichen. Die Bischofskonferenz produzierte die 16-seitige Hochglanzbroschüre, um ihre fundierte Sicht auf die Ehe, als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau als einzig legitime Form der Ehe darzustellen.

Es enthält keine verletzenden Botschaften, sondern sagt im Gegenteil sehr klar: „Jeder Mann, jede Frau und jedes Kind hat große Würde und Wert, die niemand ihnen wegnehmen kann. Dies schließt alle Menschen, auch die mit gleichgeschlechtlichen Neigungen ein. Ihnen ist mit Respekt, Feingefühl und Liebe zu begegnen.“

Mr. Croome ignoriert diese Aussagen. Er behauptet: „Dieses Pamphlet würdigt gleichgeschlechtliche Beziehungen herab und verunglimpft sie und wird deshalb homosexuellen Schülern und solchen, die von homosexuellen Paaren erzogen werden, in besonderer Weise Schaden zufügen.“ Er ist überzeugt, dass das Heft die Vorschriften des australischen Anti-Diskriminierungsgesetzes verletzt, das Verhaltensweisen untersagt, die „beleidigen, herabsetzen, einschüchtern, kränken oder lächerlich machen“.

Mr. Croome hilft freundlicherweise mit Beispielen, welche Punkte er anstößig und einschüchternd empfindet:

Gleichgeschlechtliche „Ehen“ destabilisieren die Ehe, attackieren die Seele der ehelichen Verbindung, sind eine Ungerechtigkeit gegen die Kinder und verletzten die Religionsfreiheit. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften müssen keusch gelebt werden und unterscheiden sich fundamental von heterosexuellen Verbindungen. Die Kindeswürde verlangt, dass jedes Kind ein natürliches Recht auf den Vater und die Mutter hat und deswegen bedeutet Herumdoktern an der Ehe auch Herumdoktern an den Kindern.

Diese Vorstellungen waren, bis vor etwa fünf Minuten, bezogen auf die Geschichte der Menschheitsentwicklung, universal akzeptiert als Fundamente persönlicher Tugend und öffentlicher Ordnung.

Doch Mr. Croome betrachtet die Ausführungen als hasserfüllte Herabsetzung Homosexueller: „Ich lese daraus, dass gleichgeschlechtliche Partner nicht nur von den fundamentalen Gütern der Ehe, einschließlich des Rechts auf Kinder, ausgeschlossen sein sollen, sondern sogar eine Bedrohung darstellen.“

Mr. Croome artikuliert seinen Unmut noch bevor irgendein Gesetz zur Homo-Ehe in Australien verabschiedet wurde. Und doch ist es nach seiner Auffassung heute schon illegal, Kindern zu vermitteln, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften falsch sind, dass Homosexuelle keusch miteinander leben sollten und dass jedes Kind ein Recht auf eine Mutter und einen Vater hat.

Was wird geschehen, wenn einmal die Homo-Ehe legalisiert wird? Ginge es nach der Auffassung von Mr. Croome, würde die öffentliche Verteidigung der natürlichen Ehe als Schmähung und Diskriminierung mit der ganzen Macht des Rechtsstaats verfolgt werden müssen. Kindern nahe zu legen, ein keusches Leben zu führen, würde dann als eine Form des Kindesmissbrauchs gelten.

Über die Homo-Ehe wurden schon endlose Diskussionen geführt. Je näher der Zeitpunkt für eine Gesetzgebung rückt, umso dreister werden die Auslassungen der Befürworter und die Gefahren deutlich sichtbar. Rodney Croome ist zwar kein Gesetzgeber, doch als Kopf der einflussreichen Same-Sex-Bewegung findet er Gehör bei vielen Parlamentariern. Wenn sie ihm folgen, könnte das öffentliche Eintreten für die natürliche Ehe oder die Unterweisung von Kindern in christlicher Moral einen bald ins Gefängnis bringen.

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Michael Cook ist Herausgeber von MercatorNet.