Wie man die Richtige / den Richtigen findet

von Betsy Kerekes - ins Deutsche übertragen von Horst Niederehe
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Wenn Sie jemand sind, der seine Versprechen ernst nimmt und den Wunsch hat, in der Ehe zusammen zu bleiben, „bis der Tod Euch scheidet“, wird das Leben viel leichter, wenn man die richtige Person heiratet. Vielen scheint genau das besonders schwierig zu sein. Hier sind fünf Tipps, um die Sache richtig anzugehen.

1. Wenn Sie mit jemandem ein paarmal ausgegangen sind und fühlen, dass die undefinierbare Linie zu einer festen Bindung überschritten wird, sollten Sie kurz innehalten und überlegen, ob diese Person wirklich die ist, mit dem Sie den Rest ihres Lebens verbringen wollen. Können Sie sich vorstellen, dass sie / er Mutter bzw. Vater ihrer Kinder sein könnte? Wenn nicht, vergeuden Sie Ihre Zeit nicht, sondern brechen die Beziehung ab. Wenn Sie zögern, wird es nur schwieriger, und zwar für beide. Vertrauen Sie darauf, dass der / die Richtige zu finden ist und nur darauf wartet, auch Sie zu finden. Vielleicht kennen Sie ihn / sie schon, doch haben Sie noch keinen näheren Kontakt zueinander gefunden. Jedenfalls sollten Sie keinesfalls eine Beziehung aus Furcht verlängern, allein zu bleiben. Gehen Sie dem lebenslangen Glück entgegen, aber mit der richtigen Person.

2 . Fragen Sie Ihre Mutter, oder einen vertrauenswürdigen Freund nach Meinung über ihren Kandidaten. Sie kennen Sie besser, als irgendjemand sonst und sehen Ihre Beziehung mit mehr Objektivität. Glauben sie, dass Sie beide gut zusammenpassen? Mögen sie Ihren Kandidaten? Wenn nicht, warum? Hier ist es schwierig, offen für die Meinung eines Außenstehenden zu sein, wenn man selber beim Gedanken an diese Person ins Schwärmen gerät, doch Schwärmereien sind kurzlebig und tragen eine Ehe nicht auf Dauer. Die Emotion muss gestützt werden. Ein Außenstehender erkennt besser, ob eine Beziehung Substanz hat. Sie sollten dessen Meinung ernst nehmen.

3. Sprechen Sie über Kinderwunsch, Finanzielles und die Modalitäten ihrer Ehe. All diese Dinge können später zum Konflikt führen. Wenn sie einen Menschen wirklich lieben, lernen Sie aufeinander zuzugehen. Wenn Sie beide füreinander bestimmt sind, werden Sie in diesen wichtigen Fragen Übereinstimmung erzielen. Wenn ein Partner 7 Kinder möchte und der andere keine, lohnt sich keine weitere Diskussion. Ist der eine ein Pfennigfuchser und der andere ein Verschwender, wird es früher oder später in der Ehe Probleme geben. Wenn einer der Meinung ist, dass die Mutter im gemeinsamen Haushalt leben sollte und der andere damit zufrieden wäre, die Mutter alle fünf Jahre mal ein paar Tage zu besuchen, sollte man das vorher ausdiskutieren.

Besonders Männer haben immer wieder Probleme damit, ihrer Mutter nein zu sagen, doch wenn einmal der Ring am Finger ist, wird die Ehefrau zur wichtigsten Frau in seinem Leben. Sie hat den Vorrang und es ist wichtig, dass eine Mutter das versteht.

4. Wenn Sie dann verlobt sind, nehmen Sie die Vorbereitung auf die Ehe ernst. Hören Sie auf die „Experten“, deren Aufgabe es ist, Ihnen Entscheidungshilfe zu bieten, um die Hochzeit bestmöglich auszurichten. Verlobungen lassen sich lösen, was immer wieder vorkommt, doch besser jetzt, als eine Scheidung in ein paar Jahren, wenn vielleicht Kinder da sind. Gibt es irgendwelche Themen, die Sie insgeheim beschäftigen und immer wieder verdrängt oder wegrationalisiert haben? Glauben Sie, dass er, oder sie, doch noch zur Besinnung kommen, oder dass das Ehesakrament alle Probleme lösen wird? Wenn Sie darauf hoffen, sollten Sie wissen, dass es so nicht funktioniert. Hier ein Test: Wenn Sie beide sich längere Zeit nicht gesehen haben, wie fühlt sich das Wiedersehen an? Jubelt Ihr Herz oder bleibt es unbewegt? Sie spüren nichts? Dann sollten Sie kritisch und ehrlich prüfen, wie Sie für Ihren Partner wirklich empfinden. Und zwar jetzt, bevor es zu spät ist.

Wenn dann alle Faktoren geprüft und Sie zu einem positiven Ergebnis gekommen sind, hier zum Schluss noch ein besonders wichtiger Punkt: Machen Sie das Erreichte nicht kaputt, indem Sie vor der Eheschließung zusammen ziehen. Kohabitation erhöht das Risiko einer Scheidung beträchtlich. Was den Betroffenen vielleicht nicht so klar ist und die Gesellschaft verschweigt ist, dass Zusammenziehen bedeutet, dass man einander nicht vollends vertraut. Man möchte erst einmal probieren, ob auch alles „klappt“ statt sich gegenseitig zu vertrauen, schon alles richtig zu machen. Der Andere wird benutzt.

Echte Liebe trachtet danach, die Dinge richtig und in der rechten Reihenfolge zu tun. Wenn Sie beide sich wirklich lieben und für den Rest Ihres Lebens vereint sein wollen, sollten Sie Ihre Zukunft an diesem Punkt nicht sabotieren. Was bedeutet es schon, ein wenig zu warten, wenn das ganze Leben noch vor einem liegt? Wenn Sie mir nicht glauben, möchte ich Sie daran erinnern, dass Untersuchungen des National Marriage Project klar ergeben haben, dass „Kohabitation keinen positiven Beitrag zur Ehe leistet“ und wenn Sie die Zeit zum Lesen investieren wollen, so finden Sie jede Menge Studien, die die Fallstricke der Kohabitation beleuchten - keiner traut sich, darüber zu reden, obwohl die Faktenlage eindeutig ist. Sie glauben, dass Sie das entgegen aller Wahrscheinlichkeit schaffen? Das glaubt jeder andere auch. Was unterscheidet Sie von denen?

Liebe ist, das Richtige für Glück und Wohlbefinden der geliebten Person zu tun, sogar und besonders dann, wenn es schwer fällt. Das kann bedeuten, dass man eine Beziehung beendet, wenn man sieht, dass sie nicht glücklich sein wird, oder dass man eben mit dem Zusammenleben wartet, egal, was die Umgebung dazu meint. Die größte Belohnung, lebenslanges Glück in der Ehe, wird denen zuteil, die sich nicht vor schwierigen, aber ehrlichen und selbstlosen Entscheidungen drücken.
Dazu wünsche ich Ihnen viel Glück!

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Betsy Kerekes ist Direktor der Online-Publikationen des Ruth Institute und Ko-Autorin mit Dr Jennifer Roback Morse des Buchs: 101 Tips for Marrying the Right Person: Helping Singles Find Each Other, Contemplate Marriage, and Say I Do.