Förderung von benachteiligten Jugendlichen durch Ehrenamt

Förderung von benachteiligten Jugendlichen durch Ehrenamt
Seit August 2007 läuft die Aktion ZivilEngagement „Miteinander-Füreinander“ der Bundesregierung. Sie will dadurch das Ehrenamt in unserem Land in allen Gesellschaftsschichten fördern. In dieser Woche startete das Bundesfamilienministerium in diesem Rahmen ein Programm zur Förderung benachteiligter Jugendlicher.
Mehr als 23 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland in irgendeiner Form ehrenamtlich. Wer anderen hilft, wird selbst auch beschenkt: er weiß sich gebraucht, erkennt seine eigenen Fähigkeiten und erwirbt eventuell bis dahin ungeahnte Kompetenzen. Wer ehrenamtlich tätig ist, hat meist bereits im Vorfeld eine gewisse soziale Kompetenz und ausreichend Selbstvertrauen.
Dies trifft für Jugendliche mit niedrigem Schulabschluss oder ohne Ausbildungsplatz jedoch in der Regel nicht zu. Sie haben von sich selbst eher ein Versagerbild, und Leiter von Einrichtungen mit Einsatzmöglichkeiten für ehrenamtliche Helfer trauen ihnen auch meist kaum die erforderliche Anpassungsfähigkeit und Ausdauer zu.
Drei Jahres Programm

Hier gewährt die Bundesregierung nun ab sofort konkrete Start- und Begleitungshilfe. Von 2007 bis 2010 sollen rund 500 Jugendliche mit niedrigem Schulabschluss oder besonderem Förderbedarf angeregt und unterstützt werden, eine Freiwilliges Soziales Jahr oder ein Freiwilliges Ökologisches Jahr abzuleisten. Jährlich stehen zwei Millionen Euro zur Verfügung. Die Initiative wird vom Europäischen Sozialfonds mitfinanziert.
Freiwilligendienst macht kompetent

Mit dem neuen Programm „Freiwilligendienst macht kompetent“ erleichtert das Familienministerium jungen Männern und Frauen aus bildungsfernem Milieu den Zugang zum ehrenamtlichen Engagement und steigert so ihre Ausbildungs-und Berufschancen. Zum Auftakt des neuen Programms erklärte der Staatssekretär im Bundesfamilienministerium Gerd Hoofe: „Die Freiwilligendienste bieten den Jugendlichen Gelegenheit, sich selbst einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und ihre Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Die Mitarbeit in sozialen, ökologischen und kulturellen Einrichtungen fördert ihre persönliche Entwicklung, ermöglicht wichtige Erfahrungen und bietet neue Kontakte. Die Freiwilligen erwerben so Fähigkeiten, die als Schlüsselkompetenzen auch am Arbeitsmarkt gefragt sind.“
Einsatz- und Förderungsmöglichkeiten

Acht Projektträger haben im September bereits an zwölf Standorten ihre Arbeit aufgenommen. Sie entwickeln Konzepte, die auf die Fähigkeiten und Bedürfnisse der Jugendlichen zugeschnitten sind und ihre Kompetenzen stärken und ausbilden. Der Einsatz erfolgt im Betreuungs-und Pflegebereich, im Rettungsdienst, im Gartenbau und der ökologische Landwirtschaft sowie in Kultureinrichtungen und Sportvereinen. Die Jugendlichen erhalten zusätzliche Qualifizierungsangebote und werden während ihres Dienstes von erfahrenen Pädagogen individuell begleitet und unterstützt.
Junge Menschen mit Migrationshintergrund, die in der Zielgruppe besonders häufig vertreten sind, werden besonders berücksichtigt.
Das geförderte freiwillige Engagement hilft so nicht nur den Freiwilligen selbst, sondern wirkt sich auch positiv auf den sozialen Zusammenhalt aus.
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