Eine gute Ehe ist gar nicht so schwer

von TAMARA RAJAKARIAR - ins Deutsche übertragen von Horst Niederehe
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Haben Sie vor zu heiraten? Dann sollten Sie sich keine Bücher zur Selbsthilfe kaufen und sich auch nicht unbedingt mit der Ausformulierung eines Ehevertrages beschäftigen, denn es ist eigentlich alles ganz einfach.

Wie Zelmyra und Herbert Fisher, die unglaubliche 87 Jahre verheiratet waren, bezeugen, ist es gar nicht so schwer, eine Ehe zu führen, die lebenslang hält. Hier einige ihrer Antworten aus einem Interview, die mich besonders berührt haben:

Scheidung war niemals eine Option.

Das mag ich besonders. Es wird nicht oft erwähnt, doch bin ich sicher, dass heutzutage viele Ehen geschieden werden, weil Scheidung allgemein als Problemlöser gilt. Wenn Scheidung als Möglichkeit in Betracht kommt, ist es viel wahrscheinlicher, dass man bei Eheproblemen die scheinbar einfachere „Option“ wählt, statt mit aller Kraft daran zu arbeiten, die Beziehung zu heilen.

Die Ehe ist kein Wettkampf, wo jeder seine Punkte macht. Wir sind ein Team, das nur gemeinsam gewinnen kann.

„Ich habe heut für Dich das und das getan, dafür schuldest Du mir das.“ In einer Beziehung so gegeneinander aufzurechnen, kann nicht funktionieren. Wer liebt, der gibt, ohne Kosten zu kalkulieren. Das beste Beispiel hierfür sind Mütter, die rund um die Uhr für ihre Kinder sorgen, die ihr gar nichts zurückgeben können.

Seid einig, dass ihr in manchen Dingen uneins seid und kämpft nur um wichtige Dinge. Lernt, Euch zu verbiegen, ohne zu zerbrechen!

Ich glaube, dass es sehr hilft, wenn Ehepartner in grundlegenden Überzeugungen die gleiche Wellenlänge haben. Es bedeutet aber kein Problem, in kleinen Dingen unterschiedlicher Meinung zu sein, schließlich sind keine zwei Menschen gleich gestrickt. Es ist sogar sehr gut: man kann nichts von jemandem lernen, der einem in allem nach dem Mund redet. Unterschiede zeigen, dass man dennoch gut miteinander harmoniert, weil man die Sichtweise des Partners respektiert und -wo nötig- Kompromisse schließen kann.

Was alles auf eine übernatürliche Ebene hebt: wir sind beide Christen, die an Gott glauben.

Ich will hier keinesfalls behaupten, dass nur eine christliche Ehe eine erfolgreiche Ehe sein kann. Doch ist einleuchtend, dass die eheliche Beziehung bei Menschen stärker ist, die dieselben religiösen oder moralischen Werte teilen. Warum? Sie können einander besser verstehen, sich gegenseitig unterstützen, an ihren Überzeugungen festzuhalten und werden bei der Erziehung ihrer Kinder keine religiös motivierten Probleme haben.