England: Die besten Leistungen an nicht koedukativen Schulen

 Die besten Leistungen an nicht koedukativen Schulen
In England gibt es noch eine starke Tradition reiner Jungen- und Mädchenschulen. Eine Statistik der letzten Jahre zeigt, dass die besten Absolventen zum überwiegenden Teil von diesen getrenntgeschlechtlichen Schulen kommen. Zwar nehmen in Deutschland die Klagelieder über die benachteiligten Jungen im deutschen Schulsystem zu, aber einschneidende Konsequenzen wagt niemand zu ziehen.
von Horst Hennert
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Immer häufiger schicken Eltern ihre Jungen nach England, damit sie dort auf den hoch angesehenen Jungenschulen eine auf sie abgestimmte Bildung und Erziehung erhalten. Wie gut die Jungen und Mädchen auf Schulen, die auf ihre Andersartigkeit Rücksicht nehmen, im Leistungsvergleich abschneiden, zeigt die jährlich erhobene Schüler-Statistik über die TOP-10 bis zu den Top-50 an allen englischen Schulen.
Zahlen, die für sich sprechen

Von den 10 besten Schülern von staatlichen Schulen kamen in den letzten Jahren schon immer mehr als die Hälfte von monoedukativen Schulen. Im Jahre 2006 kamen schließlich nur noch 2 Schüler aus koedukativen Schulen unter die Top-10. Nicht viel anders sieht es für die Top-50 an staatlichen Schulen aus: Fast die Hälfte sind Mädchen von Mädchenschulen, ein Viertel Jungen von Jungenschulen und nur der Rest (2005: 28% und 2006: 32%) kommen von koedukativen Schulen.
Bei den privaten Schulen verschiebt sich das Verhältnis noch mehr zugunsten der reinen Jungen- und Mädchenschulen, wobei die Mädchen von Mädchenschulen 7 (2005) und 6 (2006) unter den Top-10 platzieren konnten, die gemischten privaten Schulen jeweils nur einen Schüler. Unter die besten 50 Schüler kamen landesweit 42% (2005) bzw. 56% (2006) Mädchen von Mädchenschulen, 26% (2005) bzw. 30% (2006) Jungen von Jungenschulen. Für die gemischten Schulen blieben nur 12% (2005) bzw. 14% (2006) der Plätze unter den besten 50 Schülern und Schülerinnen.
Ganz ähnliche Ergebnisse haben Untersuchungen ergeben, die im Vergleich von monoedukativen zu koedukativen Schulen durchgeführt wurden: In Kanada, Chile, Schottland und Australien schnitten die getrenntgeschlechtlichen Schulen im Leistungsvergleich immer erheblich besser ab.
Vielleicht nehmen unsere Bildungspolitiker diese Ergebnisse auch zur Kenntnis und denken angesichts des schlechten Abschneidens deutscher Schüler bei den verschiedenen Erhebungen im letzten Jahrzehnt einmal darüber nach, ob nicht auch die Errichtung von Jungen- und Mädchenschulen wieder zu einem geschlechtergerechteren und leistungsfähigeren Schulsystem führen könnte.
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