Erstgeborene sind intelligenter

Erstgeborene sind intelligenter
Ein Intelligenztest bei 241.310 Norwegern im Alter von 18 oder 19 Jahren hat ergeben, dass die jeweils ältesten Geschwister im Durchschnitt einen um 2,3 Punkte leicht höheren Intelligenzquotienten aufweisen als ihre jüngeren Brüder und Schwestern. Wissenschaftler erklären das unter anderem mit der „Nachhilfe“, die sie ihren jüngeren Geschwistern geben.
Ein norwegisches Forscherteam um Petter Kristensen von der > Universität Oslo und Tor Bjerkdal vom Medical Service der medizinischen Abteilung der norwegischen Streitkräfte konnten unter anderem Intelligenztests aller Wehrpflichtigen in Norwegen von 1953 an auswerten. Die im US-Fachjournal „Science“ (Bd. 316, S. 1717) veröffentlichte Studie gibt einen durchschnittlichen IQ von 103,2 für Erstgeborene, 101,2 für Zweitgeborene und 100 für Drittgeborene an. Als verblüffend wurde festgestellt, dass beim Tod des Erstgeborenen innerhalb des ersten Lebensjahres nachfolgende Geschwister ebenfalls einen höheren IQ-Wert aufwiesen.
Wirkliche Gründe konnten die Forscher für diese Ergebnisse nicht angeben. Es wird gemutmaßt, dass es an größerer Aufmerksamkeit der Eltern für die Erstgeborenen liegen könnte oder, wie der Psychologe Frank Sulloway von der > University of California in Berkeley meint, dass sie häufig ihren jüngeren Geschwistern bei Schulaufgaben helfen. Auch eine unbewusst entstehende Rangfolge im Familienverband könnte grund für die höhere Intelligenz älterer Geschwister sein.
Solche geringfügigen Unterschiede im Intelligenz-Quotienten seien nach Meinung der Forscher weniger bedeutsam für die tatsächliche Intelligenz als der soziale Rangunterschied der jeweiligen Geschwister in einer Familie. Ein Trost für „Nachzügler“ in den Familien: solche statistischen Erhebungen sagen nichts über die Ausnahmen, wie wir sie von Großfamilien bei nachgeborenen Kindern wie Beethoven oder Ch. Darwin kennen.
Taxonomy upgrade extras: