Die unveröffentlichte Geschichte über Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen

ins Deutsche übertragen von Horst Niederehe
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Die Studie von Forschern des Cincinnati Children's Hospital Medical Center und der University of Pittsburgh, verfolgte 1502 schwer adipöse Patienten zwischen 19 und 76 Jahren, die sich einer Bariatrischen Operation (Magenverkleinerung) unterzogen hatten. Diese Erwachsenen, die schon als Teenager schwer adipös waren, litten mehr als viermal häufiger an geschwollenen Beinen und Hautgeschwüren, dreimal häufiger an mangelnder Mobilität und Nierenproblemen und litten weit häufiger an Polyzystischem Ovarialsyndrom (Frauen), Asthma, Diabetes und Schlaf-Apnoe.

Die Forscher betonten am Ende die Bedeutung der elterlichen Erziehung zur Vermeidung des Risikos von Fettleibigkeit und die Wichtigkeit, bei der Ernährung klare Grenzen zu setzen. Doch andere Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass über ganz wichtige Schutzfaktoren gegen Adipositas noch immer zu wenig gesprochen wird.

Die unveröffentlichte Geschichte über die epidemische Fettleibigkeit von Kindern

Wenige Gesundheitsthemen haben in den letzten Jahren mehr Aufmerksamkeit gefunden, als Fettleibigkeit von Kindern. Und weil diese ein Vorbote für Krankheiten im Erwachsenenalter, wie Diabetes, Herzerkrankungen und andere Gesundheitsprobleme darstellt, ist diese Aufmerksamkeit durchaus gerechtfertigt. Man stellt jedoch fest, dass alle Kommentatoren dieses Problems sich zwar in Klagerufen ergehen, sich jedoch merkwürdig zurückhalten, wenn es um die wahren Ursachen geht, die nämlich in der Berufstätigkeit der Mütter begründet sind.

Dieser, politisch durchaus unbequeme Hintergrund, wird deutlich, wenn man die einschlägigen Forschungsergebnisse von Fachkräften des Gesundheitswesens der University of Aberdeen, der University of Strathclyde, und der University of Glasgow unter die Lupe nimmt. Sie haben jüngste Studien aus England und den USA zu übergewichtigen und fettleibigen Kindern analysiert und festgestellt, dass bestimmte familiäre Bedingungen ein gesundes Gewicht der Kinder begünstigen, andere Faktoren hingegen eher Fettleibigkeit fördern.

Wenn die Gesundheitsbehörden ernsthaft interessiert sind, den verstörenden Trend zu immer mehr fettleibigen Kindern umzukehren, sollten sie, gemeinsam mit den schottischen Fachleuten, die jüngste amerikanische Studie verinnerlichen, die die Schlussfolgerung zieht: „die Anzahl gemeinsamer Mahlzeiten pro Woche stand in umgekehrter Beziehung zur Übergewichtigkeit von Kindern bis zum 7. Lebensjahr“. Es wird deutlich, dass gesundes, auskömmliches Essen, das Kindern ein altersgemäßes Gewicht sichert, am besten am familiären Esstisch bei gemeinsamen Mahlzeiten trainiert wird.

Gemeinsame Mahlzeiten sind natürlich schwerer zu arrangieren, wenn die Mutter berufstätig außer Haus ist. So überrascht es nicht, dass die schottischen Forscher sowohl in USA, als auch in England Belege dafür finden, dass: „Kinder von Müttern, die mehr Stunden pro Woche arbeiten, eher zu Übergewicht neigen, besonders die von Müttern mit höherem sozioökonomischen Status“.

Bedauerlicherweise steht der Druck der sogen. „Politischen Korrektheit“ einer fairen und ehrlichen Betrachtung der Umstände entgegen. Es verwundert deshalb nicht, dass die schottischen Forscher am Ende ihrer Studie den Blick von den familiären Faktoren abwenden und sich statt dessen auf Methoden kaprizieren, die eine „Einflussnahme auf die Essgewohnheiten junger Kinder“, durch „Verbot von Werbung für besonders fette, oder stark gezuckerte Produkte, die Bereitstellung kleinerer Portionen und Alternativen zu gezuckerten Soft- Drinks“, favorisieren.

In der derzeitigen akademischen Landschaft bedürfte es seltener intellektueller Courage, die kulturellen Strukturen in Frage zu stellen, die Mütter in den Arbeitsprozess nötigen und so die Gelegenheiten für gesunde Mahlzeiten in der Familie beschneiden, dabei jedoch die Neigung zu fettigem, süßen Fast-Food begünstigen.

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(Quellen: Bryce J. Christensen and Nicole M. King, “New Research,” The Family in America, Summer 2013, Vol. 27 Number 3. Studien: George Osei-Assibey et al., “The Influence of the Food Environment on Overweight and Obesity in Young Children: A Systematic Review,” BMJ Open 2.6 [2012]: e001538. Web.)

Dieser Beitrag erscheint mit Genehmigung von The Family in America, einer Publikation des The Howard Center. The Howard Center ist Partner von MercatorNet.