Alan Guttmacher Institut über „Teenager-Schwangerschaften“

Alan Guttmacher Institut über „Teenager-Schwangerschaften“
Wenn man zu den Jugendlichen all die zählt, die alt genug sind, um zu wählen, dann hat sich die Zahl der Teenager-Schwangerschaften tatsächlich erhöht. - Vor einigen Wochen gab das Alan Guttmacher Institut (AGI) eine Studie heraus, in der behauptet wird, dass die Zahl der Teenager-Schwangerschaften im Jahr 2006 angestiegen sei.
von Pia de Solenni - ins Deutsche übertragen von Horst Niederehe
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Studie genau lesen

Aus Sicht des Alan Guttmacher Instituts (AGI) sollten die Alarmglocken läuten, da diese Entwicklung offenbar die Wirkungslosigkeit von Erziehungsprogrammen zur Enthaltsamkeit belegt, die, seit einiger Zeit nicht mehr finanziell unterstützt, jetzt wieder gefördert werden sollen.
AGI ist zwar eine verlässliche Quelle für Zahlen zu Abtreibung und verwandten Themen, doch sollte man schon genauer hinschauen, da das Institut ein verlängerter Arm von "Planned Parenthood“ ist, einer Gruppe mit sehr durchsichtigen Zielen.
Als ich den Bericht las, glaubte ich zunächst, dass er den Tatsachen entspreche. Kein Wunder auch, wenn man an solche Dinge denkt, wie „Verabredung zur Schwangerschaft unter Freundinnen“; Medien aller Art, die sich mit aggressiven Botschaften an Jugendliche wenden und schließlich die Zunahme unehelicher Geburten, lassen die Ergebnisse solcher Studien absolut plausibel erscheinen. Zum Glück stehen die Dinge nicht so schlecht, wie man annehmen könnte.
Erziehungsprogrammen zeigen doch Wirkung

Robert Rector von der Heritage Foundation entlarvt die Studie kurz und knapp. Er stellt klar, dass der AGI-Studie 18- und 19- jährige zugerechnet wurden, die zwar im Sinne der Zahlen „Teenager“ sind, doch werden als „Teens“ im öffentlichen Sprachgebrauch die nicht-volljährigen Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren bezeichnet. So bleibt festzustellen, dass die Zahl der Schwangerschaften von Mädchen bis 14 Jahren tatsächlich abgenommen hat. Rector betont, dass diese Gruppe im Zeitraum, den die Studie erfasste, unmittelbar von den Erziehungsprogrammen zur Enthaltsamkeit angesprochen war. Die Zahl von Schwangerschaften erwachsener „Teenager“ dagegen stieg dramatisch an. AGI hat diese Zahlen zusammengefasst, um die griffige Überschrift: „Zahl der Teenager-Schwangerschaften gestiegen“ bringen zu können.
Sexuelle Freiheit neu bedenken

Unabhängig von Rector’s Klarstellungen müssen wir jedoch davon ausgehen, dass Teenager-Schwangerschaften in den kommenden Jahren zunehmen, sofern es nicht zu einem substanziellen kulturellen Umschwung kommt. Entwicklungen, wie das sog. „Sexting“ (also das Versenden eigener Nacktfotos als MMS an Freunde) zeigen deutlich, dass soziale Barrieren, die noch vor wenigen Jahren bestanden, für große Teile der Bevölkerung, Teens zuerst, einfach nicht mehr existieren.
Laura Sessions Stepp, Journalistin der “Washington Post” hat diesen Trend in einer Serie von Beiträgen beschrieben, und darauf hingewiesen, dass z.B. Oralverkehr zur „Normalität“ sexuellen Verhaltens von Schülern unter 18 geworden ist. Ihre Erhebungen veröffentlichte sie in dem Buch: Unhooked: How Young Women Pursue Sex, Delay Love and Lose at Both (etwa: „Losgelassen: Wie junge Frauen nach Sex gieren, Liebe zurückstellen und dabei beides verlieren.“)
Eine Reihe von Studien belegt, dass junge Mädchen meist bedauern, sich in ein sexuelles Abenteuer eingelassen zu haben oder dazu genötigt worden zu sein.
In ihrem letzten Buch, einer Zusammenstellung von Essays mit dem Titel Getting Real: Challenging the Sexualisation of Girls, schreibt Melinda Tankard Reist, dass Kinder zutiefst durch die sie umgebende Kultur geprägt werden. Wird diese Kultur permissiver, so greift sie auch stärker in das Leben derer ein, die noch nicht die Erfahrung gewonnen haben, Wirklichkeit und damit auch die eigene Person von Fiktion zu trennen. Das so vermittelte Bild von Sexualität hat mit der Wirklichkeit nicht viel zu tun. Tankard Reist’s Buch sticht deshalb besonders hervor, weil es keine Sammlung von Essays einer sozial-konservativen Schule ist. In der Tat übersteigt die Hyper-Sexualisierung junger Menschen sogar politische Grenzen.
So kommt Professor Clive Hamilton, der sich hauptsächlich um Fragen des Klimawandels kümmert und dem man weder religiöse Bindung noch konservative Überzeugungen nachsagen kann, in seinem Beitrag: „Das neue Übel ist gut: Wir müssen sexuelle Freiheit neu bedenken“ zu dem Schluss: Die heutige Herausforderung besteht nicht mehr darin, moralische Prinzipien anzugreifen und sie außer Kraft zu setzen, sondern vielmehr, zu einer Moral zu finden, die wahrhaft befreit und Männer wie Frauen zu einem erfüllten Lebensglück führt.
Das bringt mich zu meinen Schlussfolgerungen.
Familie als Rettungsanker

Die AGI-Studie ist unkorrekt. Realistisch betrachtet können die Zahlen Realität werden, sofern sich nichts ändert. Nachdem ich eine Unmenge Literatur zu diesem Thema gelesen hatte, stellte ich plötzlich fest, dass etwas fehlte: Die Familie. In allen Geschichten, mögen sie Jungen, Mädchen oder beide betreffen, bleibt die Familie irgendwie unbeteiligt und meldet sich nicht zu Wort.
Es wird immer anstößige Vorkommnisse in der Welt geben; wir betrügen uns selbst, wenn wir meinen, aus der Erde ein Paradies machen zu können. Doch wenn wir zumindest versuchen wollen, die Welt ein wenig zu verbessern, ist die Familie der wichtigste Ort für Änderung aber auch für Kontinuität. Nur die Familie bereitet ein Kind optimal darauf vor, mit der Welt zu interagieren, egal wie hoch die Herausforderungen sind. Natürlich kann die Vorbereitung junger Menschen auf die Erwachsenenwelt bedeuten, schwierigen, persönlichen Gesprächen mit ihm oder ihr nicht auszuweichen, auf den Zugang des Computers Einfluss zu nehmen, Webseiten zu sperren und Anderes mehr. Doch nur die Familie hat, als erste Schule, die erste und unwiederbringliche Gelegenheit, den Kindern einen sicheren Boden zu bereiten, was mit der Beziehung von Vater und Mutter beginnt.
Wenn Kinder authentische Liebe zwischen Vater und Mutter erfahren können, so wird dies zu ihrem eigenen Gold-Standard. Eine Welt, die in die Brüche geht, fasziniert nur diejenigen, die keine geeigneten Vorbilder kennen lernen konnten.
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