Eine Welt für die Jugend

Humanökologie ist ein wichtiges Thema für die Jugend; wenn sie es nur begreifen würde -- Die Ansprüche von Jugendlichen müssen in den politischen Systemen unserer überalternden Gesellschaften besser vertreten werden, sagt der australische Doktorand Luke Kemp, und dem kann ich nur zustimmen. Selbst Teil des Problems, das viele Nationen immer fester gefangen nimmt, gebe ich zu, dass Eigeninteresse nicht einfach im Alter verdunstet, wie die große Rentendebatte gezeigt hat.

Es ist zwar verständlich, dass sich ältere Menschen wenig betroffen zeigen, wenn es um Fragen wie den Einsatz von Fracking zur Gasgewinnung, verrottende Abwasserkanäle, zusammenbrechende Verkehrssysteme oder darum geht, welche Maßnahmen die Regierung ergreifen sollte, um die Jugendarbeitslosigkeit einzudämmen. Doch ist Kemp zuzustimmen, wenn er sagt, dass dies brennende Themen für die nachwachsende Generation sind, die letztendlich die Rechnung für den Unterhalt der Rentner, überlastete Ökosysteme und eine zerbröselnde Infrastruktur schultern müssen. Sie sind in der Tat wichtig für junge wie alte Bürger, egal ob diese sich darum scheren oder nicht. Schauen wir aber einmal genauer hin, welche Interessen die Jugendlichen bewegen.

Zunächst ist festzustellen, dass man einen Unterschied machen muss zwischen den Interessen und den Themen von Jugendlichen. Was sie interessieren müsste, stimmt nicht notwendig mit den Themen überein, für die sie sich wirklich engagieren. Einige dieser Themen lassen selbst wohlgesonnene Baby Boomer verstummen, wenn es darum geht, den sog. Millennials größere Einflussnahme bei der politischen Gestaltung der Gesellschaft einzuräumen.

Am Vorabend der Verabschiedung des Gesetzes über „gleichgeschlechtliche Ehen“ in Neuseeland vor zwei Wochen zeigte das nationale Fernsehen eine Gruppe junger Leute aus allen politischen Parteien vor dem Parlamentsgebäude, die ihre Unterstützung für dieses „revolutionäre Gesetzeswerk“ bekundeten. Befragungen zeigten, dass in Neuseeland, wie in vielen anderen Ländern, mehr junge Leute solche Gesetze unterstützen, als ältere Menschen.

Ich möchte die jungen Leute nicht verurteilen; sie haben in Schule, Medien und mit der Pop-Kultur nichts anderes mitbekommen, als aggressive Propaganda für Gender-Diversität und die perfekte Natürlichkeit und den Reiz jeder Art sexueller Praktiken und einvernehmlicher sexueller Aktivitäten.

Sie wurden belehrt, dass Sex eine Art Sport ist, der sicher ist, wenn die geeigneten Hilfsmittel, also Verhütung und Abtreibung, angewendet werden. Daraus haben sie den Schluss gezogen, dass Sex nicht wirklich einen Bezug zu Ehe und zu Kindern hat. Ehe, so ihre Folgerung, ist das Sahnehäubchen, eine Beziehungstorte zu krönen, die schon so lange andauert, dass sie einigermaßen Aussicht auf längeres Überleben verspricht.

Nochmals, ich will die Jugendlichen nicht verurteilen. Es waren die Boomers, die diesen Lifestyle begründeten, als sie Verhütung und „easy-peasy“-Scheidung für sich entdeckten. Der Generationenvertrag begann nicht erst zu zerbrechen, als die Eltern ihre Renten einforderten, sondern als sie entschieden, dass Eltern ein Recht haben, ihre Kinder unglücklich zu machen, wenn die eheliche Beziehung ein wenig zu fad wurde.

Zwei Generationen haben sich verweigert, das soziale und spirituelle Kapital der Familie zu pflegen und weiterzugeben, nämlich die Werte und Tugenden, die grundlegend sind für die Wohlfahrt des Einzelnen wie der Gesellschaft, und dennoch hat die Mehrheit der jungen Menschen scheinbar noch nicht begriffen, dass sie kalt enterbt wurde. Niemand hat ihnen nahegelegt, eine Dissertation zu schreiben, warum es eine alternde Gesellschaft gibt und eine Bevölkerung, die nicht mehr wächst und stagniert, bevor alle Millenials gestorben sind. Ich wette, dass der Jugend-Gesandte von UN-Chef Ban Ki-Moon zu diesem Thema nicht gebrieft wurde.

Genau das stört mich beim Gedanken an Jugendliche, die in eine Verantwortung für die Gesellschaft eintreten. Es kann keine Zukunft geben, die diesen Namen verdient, wenn die Wahrheit darüber, was die Gesundheit eines Volkes begründet, die humane Ökologie, ignoriert oder bewusst unterdrückt wird. Luke Held und seine Mitstreiter müssen sich das klar machen (ich nehme an, sein Schweigen zu diesem wirklich wichtigen Thema belegt, dass er noch keinen Gedanken darauf verschwendet hat) und Ansprüche stellen, die ihr Interesse an der Familie klar formulieren.

Die ganze Gesellschaft würde profitieren, wenn die wirklichen Interessen unserer Jugend ins Zentrum der politischen Debatten gerückt würden. Natürlich gehören Themen, wie schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen und fairer Interessensausgleich zwischen den Ansprüchen junger und alter Menschen dazu. Doch wird der Fokus allein auf solche Themen die Welt für die Jugendlichen nicht lebenswert machen. Nur wenn die Achtung der Familie und alles was die Familie ausmacht, zum zentralen Punkt unserer Bemühungen werden, kann dies geschehen.

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Carolyn Moynihan ist Mitherausgeberin von MercatorNet.