In einer besseren Welt

In einer besseren Welt
In ihren früheren gemeinsamen Arbeiten „Brothers – Zwischen Brüdern“ und „Nach der Hochzeit“ entwarfen Drehbuchautor Anders Thomas Jensen und Regisseurin Susanne Bier vom Schicksal gezeichnete Figuren auf der Suche nach Erlösung von der eigenen Vergangenheit. Nach ihrem ersten amerikanischen Spielfilm „Things We Lost In The Fire“, der ebenfalls universelle Fragen wie Einsamkeit, Schuld und Vergebung behandelt, verfilmt Susanne Bier erneut in Dänemark ein Drehbuch von Jensen: „In einer besseren Welt“ (Originaltitel: „Haevnen“, auf Deutsch „Rache“) wurde mit dem Oscar und mit dem Golden Globe als „Bester nicht englischsprachiger Film“ ausgezeichnet.
Filmische Qualität: 4,5 von 5 Punkten
Regie: Susanne Bier
Darsteller: Mickael Persbrandt, Trine Dyrholm, Ulrich Thomsen, Markus Rygaard, William Jøhnk Nielsen, Bodil Jørgensen
Land, Jahr: Dänemark / Schweden 2010
Laufzeit: 113 Minuten
Genre: Drama
Publikum: Jugendliche (FS ab 12 Jahren), Erwachsene
Einschränkungen: Gewalt

Rezension: JOSÉ GARCÍA - www.textezumfilm.de

Der 12-jährige Elias (Markus Rygaard) wird vom älteren Schüler Sofus drangsaliert. Weil die Lehrer einfach wegschauen, ändert sich die Situation erst, als Elias' neuer Mitschüler Christian (William J?hnk Nielsen) brutal eingreift, den älteren und größeren Sofus mit einer Luftpumpe regelrecht verprügelt und mit einem Taschenmesser bedroht. Gewalt erzeugt Gegengewalt, wenigstens bei einem Jungen, der seit dem Krebstod seiner Mutter auf die ganze Welt im Allgemeinen und auf seinen Vater Claus (Ulrich Thomsen) im Besonderen wütend ist. Die Entfremdung Christians von seinem den Kontakt zum Sohn hilflos suchenden Vater findet eine Parallele in Elias: Sein Vater Anton (Mikael Persbrandt) ist fast immer abwesend, weil er in Afrika als Arzt arbeitet, wo ein als „Big Man“ bekannter Warlord die Bevölkerung terrorisiert. Darüber hinaus hat sich seine Frau Marianne (Trine Dyrholm) nach einem Seitensprung Antons von ihm getrennt.
Anton versucht, seinem Sohn Friedfertigkeit beizubringen. Als er von einem fremden Mann geohrfeigt wird, wehrt er sich nicht, was Elias und Christian auf- und zu dem Gedanken bringt, sich zu rächen. Aber auch Anton wird an die Grenzen seiner moralischen Grundsätze gebracht, als wieder in Afrika „Big Man“ seine ärztliche Hilfe braucht und sich die afrikanischen Kollegen weigern, dem Warlord medizinische Hilfe zukommen zu lassen. „In einer besseren Welt“ behandelt dank fein geschliffener Figuren die Fragen nach Schuld und Rache, nach Gerechtigkeit und Vergebung nuancenreich und glaubwürdig.
Drehbuch und Regie gelingt es, mit Hilfe hervorragender Darsteller und der großartigen Kameraführung von Morten Søborg unterschiedliche Figuren, auf zwei Kontinenten spielende Handlungsstränge und existenzielle Themen zu einem organischen Ganzen zusammenzufügen.

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