Jungenbenachteiligung ist im brandenburgischen Landtag „angekommen“

Jungenbenachteiligung ist im brandenburgischen Landtag „angekommen“
„Landtag will spezielle Förderung“ – und zwar für Jungen, so titelt die Märkische Allgemeine Zeitung in ihrer Ausgabe vom 11.10. 2007, nachdem auch in Brandenburg der bundesweit seit langem bekannte Trend statistisch erfasst wurde: Mädchen haben in der Schule die Nase vorn.
Daten des Brandenburgischen Bildungsberichts

Im September wurde dem Brandenburger Landtag ein Bildungsbericht vorgelegt, der in einer Sitzung des Landtags zu der einhelligen Erkenntnis führte, dass es höchste Zeit sei, etwas gegen die Jungenbenachteiligung in den Schulen und Kitas zu tun.
So weist die Statistik u.a. auf, dass 62,6 Prozent der Kinder, die vor der Einschulung zurückgestellt werden, Jungen sind (Stichtag 26. September 2005). Und nur 46,3 Prozent der Jungen haben eine Empfehlung für das Gymnasium erhalten (2004/05). So betrug der Anteil der Jungen im Gymnasium nur noch 42,7 Prozent und nur 41,4 Prozent des Jahrgangs 2004/05 waren Jungen, die die Hochschulreife erreichten. Aber 73,5 Prozent der Jugendlichen, die 2005/06 ohne Abschluss blieben, waren Jungen. Diese Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache, wie der CDU-Bildungsexperte Ingo Senftleben bekräftigte und noch hinzufügte, dass zwei Drittel der Arbeitslosen unter 25 Jahren Männer seien.
Reaktionen im Landtag

„In seltener Einigkeit hat sich der brandenburgische Landtag zu einer gezielteren Förderung von Jungen in Kitas und Schulen bekannt“, schreibt die MAZ und zitiert Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) mit der Erklärung, dass es sinnvoll sei, künftig an den Schulen "spezielle Jungen- und Mädchenstunden" einzuführen.
Dies könne zum Beispiel phasenweise beim mathematisch- naturwissenschaftlichen Unterricht oder beim Umgang mit dem Computer sinnvoll sein. "Mehr Trennung soll es nicht geben", so Rupprecht, unter dessen Ägide gerade das Brandenburgische Schulgesetz auf verpflichtende Koedukation hin geändert wurde.
Vor der Realität der Jungenbenachteiligung auch an den Schulen Brandenburgs und der daraus erwachsenden spezifischen Jungenproblematik kann aber niemand die Augen verschließen. So einigte man sich jetzt halbherzig darauf, künftig stärker auf die unterschiedlichen Belange der Geschlechter einzugehen und das Thema in der Lehrerbildung stärker zu verankern.
Ob damit dem vorgelegten Bericht des Bildungsressorts mit der Feststellung: "Jungen sind im allgemeinbildenden Schulwesen im Sinne eines statistisch erwiesenen geringeren Schulerfolgs tendenziell und in vielfältiger Hinsicht benachteiligt" entscheidend entgegengewirkt wird, bleibt mehr als fragwürdig.
„Das dürfen wir nicht länger akzeptieren", sagte daher auch der CDU-Bildungsexperte Ingo Senftleben und forderte mehr Chancengerechtigkeit. Unter anderem müssten Jungen während ihrer Erziehung und Bildung mehr männliche Vorbilder haben. In diesem Zusammenhang wies Senftleben darauf hin, dass nur 7,3 Prozent der Grundschullehrer und 21,4 Prozent der Pädagogen an märkischen Schulen im Gesamtdurchschnitt männlich seien. Er schlug unter anderem vor, an Schulen "Jungenbeauftragte" einzusetzen und die Lesekompetenz von Jungen zu stärken.
Die SPD-Bildungsexpertin Klara Geywitz forderte eine deutlich größere Sensibilität für Geschlechterdifferenzen. Die Lehrer müssten sich der Probleme bewusst und dafür besonders geschult werden.
Offensichtlich nehmen wieder mehr Politiker wahr, dass Jungen und Mädchen verschieden sind und daher eine „gleiche“ Behandlung für sie schädlich sein kann. Die Wunschvorstellung der Gender-Ideologie kann sich eben doch nicht über die Wirklichkeit hinwegsetzen.
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Links
>Märkische Allgemeine: Jungen schneiden schlechter ab - Mädchen haben in Schule die Nase vorn / Landtag will spezielle Förderung
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