Muttertier @n Rabenmutter

Muttertier @n Rabenmutter
Roman von von Sonja Liebsch und Nives Mestrovic - In diesem Roman kommen zwei ehemals beste Schulfreundinnen nach vielen Jahren über Internet und e-Mail wieder in Kontakt zueinander. Das Buch besteht im Wesentlichen aus den e-Mails, die diese beiden sehr unterschiedlichen Frauen sich schreiben.
Rezension von Simone Rüssel
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Sonja Liebsch -Nives Mestrovic: Muttertier @n Rabenmutter - Roman, 280 Seiten, 12 x 20 cm
Erschienen: Februar 2011, Paperback, ISBN 978-3-8392-1150-2, 9,90 €

Gemeinsam haben sie, dass sie inzwischen ein bzw. zwei Kinder haben und nun nach der Elternzeit bzw. eine der beiden Frauen notwendigerweise nach dem Tod des Ehemannes, wieder ins Berufsleben einsteigen wollen. Ergänzt werden die e-Mails durch längere Erzähl-Abschnitte, um die Situation mal der einen, mal der anderen näher zu beschreiben.
Wie zu erwarten, ist der Wiedereinstieg für beide nicht einfach und von vielen Fragen und Selbstzweifeln geprägt (Wie kann man Job und Familie vereinbaren? Wird mich die Familie unterstützen? Bin ich nicht schon zu lange raus aus dem Berufsleben? Kommen die Kinder dann nicht zu kurz?)
Die e-Mails sind entsprechend aus dem Leben gegriffen und reichen von heiter ironisch bis sehr ernst und deprimiert. Der Leser/die Leserin wird oft denken: “Ja, genauso ist es auch bei mir!“ Es ist immer erleichternd zu wissen, dass es einem nicht allein so geht.
Durch die naturgemäß sehr kurzen e-Mails ist das Buch sehr kurzweilig und es lässt sich wunderbar zwischendurch lesen, ohne dass man gleich den Faden verliert.
Bei aller Nachvollziehbarkeit der Gründe für einen Wiedereinstieg ins Berufsleben, fehlt mir doch ein bisschen die positive Sicht auf das „nur“ oder besser „ausschließlich“ Hausfrau- und Mutter-Sein.
Wenn es nach diesem Buch geht, so hat diese Spezies Frau nur die Wahl zwischen einem „Muttertier“, das langsam verblödet mangels Herausforderung oder das sich von allen Seiten Gewissenbisse einreden lässt, wenn es das Kind nicht optimal fördert, und daher nur noch unterwegs ist vom Turnen zur Musikschule und dann zur Logopädin, etc...
Dass man auch sehr zufrieden sein kann, wenn man die eigenen Kinder ohne übertriebene Fürsorge erziehen darf, kommt nicht wirklich zur Sprache. Insgesamt aber halte ich das Buch für eine kurzweilige und amüsante Lektüre für alle Frauen, die sich entschieden haben, wieder in den Beruf einzusteigen.

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