Fruchtbarkeits-Apps für Natürliche Familien Planung (NFP)

von Ada Slavinski - ins Deutsche übertragen von Horst Niederehe
---

Natürliche Familienplanung erfährt neuerdings technologische Unterstützung mit Smartphone-Apps, die es der Frau ermöglichen, den Verlauf ihres Zyklus zu bestimmen. Kindara-App z.B sammelt, dank eines innovativen Thermometers, die Daten direkt auf dem Smartphone der Frau und bietet ihr darüber hinaus -bei Bedarf- per Chat direkte Hilfe bei der Interpretation.

Dieses Thermometer, Wink (Zwinkern) genannt, verbindet sich drahtlos mit der App eines Smartphones und liefert auch ein Wecksignal, denn die Qualität der Messung hängt entscheidend davon ab, dass die Basaltemperatur jeden Morgen zur selben Zeit erfasst wird.

Wenn der Wecker klingelt, greift die Frau nach Wink, wodurch der Alarm abgeschaltet wird und misst ihre Temperatur, (ohne dass sie das Smartphone berühren müsste). Das Ende der kurzen Temperaturmessung wird durch Vibration signalisiert, die Grafik auf dem Handy mit den neuen Daten ergänzt.

Es gibt mittlerweile eine Reihe solcher Apps und Natural Womanhood bietet Hinweise zur Auswahl der besten. Einige Frauen nutzen mittlerweile auch routinemäßig Ovulationstests, wie OvaCue, um den Zeitpunkt des Eisprungs festzustellen und so eine Empfängnis zu begünstigen oder zu vermeiden.

Diese Apps bedeuten wirklich eine Revolution für die Familienplanung, die sich lange auf handgezeichnete Papiertabellen und farbige Sticker stützen musste. Der Fortschritt wurde durch die wachsende Popularität natürlicher Methoden der Familienplanung induziert. Lange schon von Katholiken und vielen Christen als einzig erlaubte Form der Geburtenkontrolle angesehen, ist die Schaffung eines Bewusstseins für die Zyklustage, an denen Empfängnis möglich oder ausgeschlossen ist, mittlerweile auch für Menschen, die keine religiösen Motive haben, attraktiv genug, die Wahl anderer Mittel auszuschließen.

Wenn sich nämlich Frauen ernsthaft die Risiken hormoneller Kontrazeption bewusst machen, bemühen sie sich gern um andere Optionen. Viele lernen dabei, wie effektiv NFP tatsächlich ist; wenn man richtig damit umgeht, ist die Erfolgsrate mit der der „Pille“ zu vergleichen.

Ärzte und insbesondere Gynäkologen tun sich oft schwer, sich mit diesen Methoden anzufreunden. Von ihnen hört man häufig, dass NFP genauso wirkungsvoll sei, wie gar nichts zu tun und man deshalb ungewollte Schwangerschaften riskiere. Diese Aussagen sind einfach falsch. Wird NFP korrekt angewandt, liegt die Effektivität bei 99%. Es ist oft für Frauen, die NFP praktizieren, frustrierend, ihrem Arzt das kleine Einmaleins der natürlichen Familienplanung beibringen zu müssen.

Es gibt viele unterschiedliche NFP Methoden, die alle eine oder eine Kombination folgender Methoden nutzen: Basaltemperatur, Zervix-Schleim und Zervix-Position. Sie sind Indikatoren für die hormonellen Veränderungen, die während des weiblichen Zyklus auftreten. Ein Paar, das während der fruchtbaren Phase des Zyklus auf Sex verzichtet, vermeidet Schwangerschaft auf natürliche Weise.

Die Anwendung von NFP bewirkt Zusatznutzen über die Vermeidung von oder den Wunsch nach Schwangerschaft hinaus: So lernen Frauen ihren Körper besser kennen und die Kommunikation zwischen den Partnern wird verbessert. Viele Frauen wählen auch deshalb NFP, weil sie ihren Körper nicht mit Hormonen oder Chemikalien belasten wollen und durch Kenntnis ihrer fruchtbaren Tage ein gesteigertes Selbstwertgefühl empfinden.

Seit der Markteinführung der Pille haben Frauen und ihre Ärzte die natürliche Fruchtbarkeit mehr und mehr als eine Krankheit betrachtet, die therapiert werden müsse und waren überzeugt, dass Frau nur durch eine Blockade der Natur vermeiden könne, schwanger zu werden. Der Wind dreht sich und immer mehr Frauen fühlen sich von der Vorstellung angezogen, in Einklang mit den natürlichen Zyklen ihres Körpers zu leben und dank der Information, die ihnen zur Verfügung steht, selbstbestimmt zu wählen, wann sie ein Kind bekommen möchten.

Neue Technik, wie Wink, hilft, NFP für eine junge Generation von Frauen attraktiv zu machen und viele, die diese Methode bewerben, hoffen darauf, dass jungen Mädchen Informationen über den Fruchtbarkeitszyklus und seine Erfassung zeitig vermittelt werden, sodass sie sich mit dieser Methode anfreunden und sie ihnen von Anfang an vertraut ist.