Papstbesuch in Deutschland - 22. bis 25. September 2011

Papstbesuch in Deutschland - 22. bis 25. September 2011
Für die Bundesrepublik Deutschland ist der Besuch von Papst Benedikt XVI. im September 2011 ein Ereignis, dem schon jetzt ein Platz in den Geschichtsbüchern sicher sein dürfte. Denn einen deutschen Papst zum offiziellen Besuch in der deutschen Hauptstadt hat es so noch nicht gegeben und wird es so bald auch nicht wieder geben. Das Pontifikat des letzten Deutschen, der vor Joseph Ratzinger das Amt des Bischofs von Rom und damit des Oberhaupts der Katholischen Kirche bekleidete, endete bereits 1523. Die Aussichten, dass die Weltkirche mit ihren schon über 1,2 Milliarden Gläubigen später erneut von einem Deutschen geleitet wird, dürften auf absehbare Zeit eher gering sein. Dass nun der erste offizielle Besuch des Hl. Vaters in Berlin bevorsteht, verdient deshalb die Aufmerksamkeit nicht nur der deutschen Katholiken.
von Martin Eberts
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Der Gelehrte auf dem Stuhl Petri

Benedikt XVI. ist natürlich nicht nur durch seine Herkunft und Erfahrung ein ganz besonderer Besucher, sondern auch auf Grund der wichtigen Impulse und Weichenstellungen, die es in den ersten sechs Jahren seines Pontifikats schon gegeben hat, sowie nicht zuletzt auf Grund seiner großen Gelehrsamkeit, die ihn selbst unter den stets hoch gebildeten Inhabern des Papstamtes noch hervorhebt. In der gesamten Papstgeschichte, von Petrus bis zum heutigen Tag, ist er zweifellos derjenige mit der längsten Publikationsliste. Selbst auf dem Stuhl Petri schreibt er weiter Bücher; der zweite Band seines Jesusbuches ist vor kurzem erschienen.
Dass Päpste Bücher schreiben, statt sich auf lehramtliche Äußerungen zu beschränken, ist in der Kirchengeschichte überhaupt etwas Ungewöhnliches und in neuerer Zeit sonst nur von Johannes Paul II. bekannt. Für deutsche Leser ist es ein Privileg, die Schriften des Nachfolgers Petri im Original in ihrer Muttersprache lesen zu können – eine echte Premiere. „Wenn ich Deutscher wäre, ich wäre stolz auf diesen Papst“ – mit diesen Worten charakterisierte sein früherer Pressesprecher, Joaquín Navarro-Valls, Papst Benedikt XVI. bei einem Vortrag in Berlin. Es gibt viele Gründe, sich auf diesen Papstbesuch zu freuen.
Schwerpunkte des Besuchs

Von früheren Besuchen des Hl. Vaters unterscheidet sich der diesjährige deutlich. Die beiden Reisen Benedikts XVI. zum Weltjugendtag in Köln 2005 und in seine bayerische Heimat im Jahre 2006 hatten einen anderen, rein seelsorglichen und persönlichen Charakter. Demgegenüber gilt der Besuch im September dieses Jahres in Berlin ausdrücklich und offiziell der Bundesrepublik Deutschland. Dort wird der Papst nach der Begrüßung durch den Bundespräsidenten am Nachmittag des 22. September eine Rede im Deutschen Bundestag halten – auch das ist eine Premiere, die weltweit erhöhtes Interesse und größte Aufmerksamkeit finden wird. Man darf gespannt sein, welche Akzente der Hl. Vater bei seiner Ansprache vor den deutschen Abgeordneten setzen wird. Sozial- und bioethische Fragen werden dabei gewiss ebenso eine Rolle spielen, wie der interreligiöse Dialog, Religionsfreiheit, Frieden und Fragen der sozialen Gerechtigkeit und der Umweltethik (vgl. hierzu die Enzyklika Benedikts XVI. Caritas in Veritate vom 29. Juni 2009 .
Um 18.30 Uhr findet dann die Eucharistiefeier vor dem Schloss Charlottenburg statt. Das Anmeldeverfahren für die kostenfreien Tickets für den Gottesdienst, die ab sofort bestellt werden können, läuft über das Internet oder über die Pfarreien (s.u.).
Die weiteren Programmpunkte der Deutschlandreise des Hl. Vaters finden in Erfurt und Freiburg statt, wobei der Papst am 23. September in Erfurt auch mit Vertretern der Evangelischen Kirche in Deutschland zusammentrifft. Es ist dem Deutschen auf dem Stuhl Petri offenbar ein Anliegen, gerade bei dem Besuch in seinem Heimatland einen ökumenischen Akzent zu setzen.
In dem traditionell katholischen Eichsfeld möchte der Hl. Vater zudem einen Wallfahrtsort besuchen, die Marienkapelle in Etzelsbach. Am Vormittag des 24. September feiert er um 9.00 Uhr die Eucharistie auf dem Domplatz in Erfurt.
Noch für den gleichen Tag ist der Weiterflug nach Freiburg und dort eine Begegnung mit Vertretern der orthodoxen Kirche sowie am Abend eine Gebetsvigil mit Jugendlichen auf dem Messegelände geplant. Am 25. September um 10.00 Uhr feiert Bendikt XVI. die Hl. Messe auf dem Freiburger Flughafengelände. Den Abschluss des Programms bildet seine Rede im Konzerthaus in Freiburg.
Einzelheiten zum Programm und die Möglichkeiten zum Bestellen kostenfreier Eintrittskarten finden Sie hier.
Bei Interesse an Texten und Anregungen zur inhaltlichenVorbereitung auf den Besuch des Hl. Vaters in Deutschland senden Sie eine e-mail an: meberts@mac.com
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