Über die Aufgabe der katholischen Schulen

Über die Aufgabe der katholischen Schulen
Die Kongregation für das Katholische Bildungswesen hat am 20. November 2007 ein wichtiges neues Dokument herausgegeben, in dem die katholischen Schulen und Bildungseinrichtungen aufgefordert werden, sich um ein schärferes und klareres Profil zu bemühen und sich deutlicher an den Idealen des Evangeliums zu orientieren.
Auf 26 Seiten wird dargelegt, dass es nicht ausreicht, wenn bloß Wissen vermittelt wird, sondern alle Lehrenden, Ordensleute genauso wie Laien, müssten in ihrem Unterricht Werte weitergeben, was vor allem durch das eigene vorbildhafte Leben als überzeugende Christen geschehe. Auch sei für eine katholische Schule der gemeinsame Gottesdienst und die Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift unverzichtbar.
Der Präfekt der Kongregation, Kardinal Zenon Grocholewski, warnte bei der Vorstellung des Dokuments davor, sich durch die Globalisierung nicht zu einer gefährlichen kulturellen Vereinheitlichung verführen zu lassen, zu „einem gewissen kulturellen Kolonialismus“.
Der Kardinal wies darauf hin, dass sich im Bildungswesen der westlichen Welt, vor allem bei vielen Lehrern eine Demotivierung und Frustration eingestellt habe. Zu Besorgnis erregenden Signalen gehöre die Zunahme von Gewalt in der Schule und unter den Heranwachsenden. Gleiches gelte für die Probleme der Familien, die die ersten Verantwortlichen für die Erziehung der Kinder sind. Oft fühlten sich die Eltern auch von der aktiven Teilnahme am Leben der schulischen Erziehungsgemeinschaft ausgeschlossen.
Der Verlust des Sinns für die Erziehung hänge eng mit dem Werteverlust zusammen, besonders jener Werte, die die Lebensentscheidungen, die Familie, die Arbeit und die moralischen Entscheidungen betreffen. „So leidet die Erziehung an den Übeln, die unsere Gesellschaft quälen: am verbreiteten Subjektivismus, am moralischen Relativismus und am Nihilismus“, bekräftigte der Kardinal.
Das Dokument will zur Reflexion über drei grundlegende Aspekte beitragen, die die Zusammenarbeit von Laien und Ordensleuten in der katholischen Schule betreffen. Der erste Abschnitt des Texts handelt von der „Gemeinschaft in der Sendung der Erziehung“. Dieser Abschnitt legt die theologischen und anthropologischen Wurzeln der Gemeinschaft dar.
Der zweite Teil trägt den Titel „Ein Weg der Ausbildung, um gemeinsam zu erziehen“. Das Dokument erklärt, dass es zur Erziehung in Gemeinschaft und zur Gemeinschaft einer spezifischen Ausbildung bedarf. Dazu wird die professionelle, theologische und geistliche Ausbildung sowie die Bildung im Geist der erzieherischen Gemeinschaft beschrieben.
Der dritte Abschnitt – „Die Gemeinschaft, um sich den anderen zu öffnen“ – hebt hervor, dass eine Erziehung in Gemeinschaft bedeutet, die Schüler zu einer echten Entfaltung als Personen zu führen. Als solche sollten sie fähig sein, sich schrittweise der Wirklichkeit zu öffnen und eine bestimmte Sicht des Lebens zu entwickeln, die ihnen hilft, ihren Blick und ihr Herz auf die sie umgebende Welt auszuweiten. Dazu gehören, wie das Dokument abschließend feststellt, eine kritische Lesart der Wirklichkeit, Sinn für Mitverantwortlichkeit und der Wille zu einem konstruktiven Engagement.
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>Das Dokument im Original (ital.)
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