Super-Frauen

von Shannon Roberts - ins Deutsche übertragen von Horst Niederehe
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Die Frage muss wirklich einmal gestellt werden. Was müssen Frauen alles tun, um ihren wahren Wert zu erkennen und ein erfülltes Leben führen zu können? Die Frauenpolitik ist offenbar nur darauf aus, Frauen ins Arbeitsleben zu bringen, um die „Produktivität“ zu erhöhen- (wobei man vergisst, dass es eine arbeitsfähige, steuerzahlende Bevölkerung nur dann geben kann, wenn es Mütter, die Kinder in die Welt setzen und stabile Familien gibt) - und regelmäßig zu zählen, wieviel Frauen es in Top-Positionen von Firmen oder Behörden geschafft haben, damit alle sehen können, wie weit Frau es doch bringen kann.

So werden Frauen in dem Gefühl bestärkt, dass sie solange nichts wirklich Wichtiges leisten, bis sie irgendeine Karriereleiter erklommen haben. Viel wird heute von Frauen erwartet. Das ist fraglos auch einer der Gründe, weshalb überall in der westlichen Welt ein dramatischer und bedrückender Rückgang der Fruchtbarkeitsraten zu verzeichnen ist. Der Artikel kommentiert:

Dass Regierungen an solch gestörten Denkweisen festhalten, hilft den Millionen Frauen nicht, die sich nicht über ihren Beruf definieren, die sich aber hingebungsvoll darum bemühen, ihre Familien und Beziehungen zusammenzuhalten.

Einige Frauen werden immer versuchen, die höchsten Positionen zu erklimmen und es ist absolut in Ordnung, dass sie dazu die gleichen Rechte haben, wie ihre männlichen Kollegen. Doch gibt es Millionen Frauen, die sich einfach nur wünschen, gesunde Kinder, einen unterstützenden, liebevollen Ehemann und genug Geld zu haben, um über die Runden zu kommen.

Der Kommentar einer Mutter in meinem letzten Blog machte mich lächeln: „wenn ich Leuten erzähle, dass ich acht Kinder habe, fallen sie fast in Ohnmacht! Wenn sie doch nur begreifen könnten, wieviel Reichtum und Freude die Kinder in mein Leben gebracht haben!“ Vor einigen Monaten schrieb ich über „Freude, die nicht herbeigezaubert werden kann“. Freude ist ein Nebeneffekt der Hingabe an andere. Es sieht so aus, als habe die Mutter genau diesen Zusammenhang begriffen.

Frauen, die sich um ihre Familie kümmern und die Kinder erziehen, sollten sich bewusst machen, in der Tat „Superfrauen“ zu sein, die zur Gesellschaft unendlich viel beitragen. Der populäre Bestseller „The Happiness Project“ schmückt immer noch die Regale in Buchläden. Die Autorin Gretchen Rubin versucht, zu bestimmen, was ihr Freude und Befriedigung schenkt und Dinge zu ändern, um noch mehr Freude genießen zu können. Das Buch der hl. Therese von Lisieux „Der kleine Weg“ hat sie angezogen, denn sie konnte den Gedanken gut folgen, Vollkommenheit in den alltäglichen Aufgaben eines jeden Tages anzustreben. Über ihre Entdeckung der Schriften der hl. Theresia sagt sie:
Mich faszinierte am meisten bei ihrer Geschichte, Thereses Streben nach Heiligkeit durch die gutgetanen, normalen Aufgaben. Das war ihr „kleiner Weg“, Heiligkeit durch die kleinen Dinge, die kleine Seelen tun, im Gegensatz zu den großen Taten, die großen Seelen zu tun aufgegeben sind.“

„Liebe erweist sich in Taten, wie kann ich sie unter Beweis stellen?. Große Dinge kann ich nicht vollbringen. Die einzige Möglichkeit, meine Liebe zu zeigen, ist durch …jede kleine Überwindung, durch liebevolle Blicke oder Worte und indem ich jede kleine Handreichung aus Liebe tue.“…
Wir erwarten, dass heroische Tugenden irgendwie auffallen und beeindrucken - Helfer, die in Uganda AIDS-Patienten pflegen, oder sich der Notlage der Obdachlosen in Detroit annehmen. Thereses Beispiel zeigt, dass auch das normale, alltägliche Leben eines jeden erfüllt ist von Gelegenheiten für wertvolle, unspektakuläre Ausübung von Tugenden. ...

Zugegeben, Mutterschaft ist normalerweise recht unspektakulär. Doch jede, noch so unbedeutende Handlung, die eine Mutter aus Liebe tut, macht sie immer mehr zur echten, heroischen „Superfrau“, die beständig „Reichtum und Freude“ erfährt, die sie zum wahren Glück führen.