Die Vereinten Nationen (UN) wollen Sexualerziehung zur Pflicht machen

Die Vereinten Nationen (UN) wollen Sexualerziehung zur Pflicht machen
Der kürzlich vorgestellte Entwurf eines UN Berichterstatters sollte das „Recht auf Sexualerziehung“ festschreiben. - In der Vorstellung vieler Menschen sind die Vereinten Nationen (UN) eine Organisation, die ein friedliches Zusammenleben der Nationen, ihre gedeihliche Entwicklung, die Versorgung Bedürftiger in Folge von Katastrophen, die Bereitstellung von Blauhelm-Truppen und die Verteidigung der Menschenrechte zum Ziel hat. So weit, so gut, doch gibt es noch viele andere gesellschaftspolitische Aktivitäten unter dem Dach der UN, von denen die meisten Menschen keine Vorstellung haben.
von Vincenzina Santoro ins Deutsche übertragen von Horst Niederehe
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Ein Beispiel: seit einiger Zeit wird in einer Reihe offizieller UN-Dokumente zu Sozialfragen auf das „Recht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit“ oder Ähnliches Bezug genommen. Vor einigen Wochen wurde ein aggressiver Versuch gestartet, das Konzept auf den Bereich der Erziehung auszuweiten.
Vernor Muñoz Villalobos aus Costa Rica, ein “Erziehungs-Experte”, der als UN Special Rapporteur von Juli 2004 bis Juli 2010 zu Fragen des Erziehungsrechts ernannt war, legte ein Arbeitspapier vor. Die UN ernennt Rapporteure (Berichterstatter), die bestimmte Menschenrechtsprobleme untersuchen, beobachten und Lösungsvorschläge unterbreiten sollen. Von ihnen erwartet man, dass sie Fachleute von hoher Moral, festem Charakter und anerkannter Kompetenz für Fragen des Menschenrechts sind.
Muñoz Bericht mit der Überschrift: Report of the United Nations Special Rapporteur on the right to education - Note by the Secretary General (UN document A/65/162) Der Bericht des UN Special Rapporteur zu Fragen des Erziehungsrechts wurde dem 3. Komitee (für Sozialfragen) auf der UN Vollversammlung am 25. Oktober 2010 vorgetragen.
Der Titel klingt unverfänglich, doch wird das Dokument von vielen Beobachtern als irreführend, doppelzüngig und hinterlistig angesehen. Die Absichten des Rapporteurs werden schon bei der Lektüre des Inhaltsverzeichnisses deutlich:
  • Männerherrschaft und Sexualitätskontrolle
  • Sexualität, Gesundheit und Erziehung: Drei unabhängige Rechtstitel
  • Leitbild und Bandbreite des Menschenrechts Sexualerziehung
  • Das Recht auf Sexualerziehung: ihre Beziehung zu anderen Rechten und die Notwendigkeit für eine „gender and diversity“ Perspektive

Es zeigte sich, dass das Papier ausschließlich sexuelle Erziehung behandelte. Es gab keinen einzigen Satz zu Erziehung im eigentlichen Sinn. Der Bericht favorisierte ein Konzept für Sexualerziehung, wie es wohl einige abgehalfterte UN Funktionäre gern für die gesamte Weltbevölkerung, arm oder reich, umgesetzt sähen.
In diesem 21 Seiten langen, einzeilig verfassten Bericht liest man die Begriffe „sexuell“ und „Sexualität“ insgesamt 233 mal, was durchaus verständlich ist, da die UN dem Thema „Sex“ den Status einer heiligen Kuh, oder einem goldenen Kalb zuerkennt.
Der Bericht fordert universelle Sexualerziehung unter besonderer Berücksichtigung von „Diversity“, einer euphemistischen Umschreibung für Homosexualität; einen Bezug zur Fortpflanzung sucht man im Übrigen vergebens. Auch wird ein Recht auf Erziehung zur Familienplanung eingefordert, bei gleichzeitiger Verunglimpfung elterlicher Rechte und religiöser Überzeugungen.
Religiös gebundene Schulen, die über Jahrhunderte überall auf der Welt, Millionen von Kindern hervorragend ausgebildet haben, werden heute für eine „unzulässige religiös motivierte Einflussnahme“ bei der Sexualerziehung diffamiert. Demzufolge empfiehlt der Bericht „umfassende Sexualerziehung von Anfang an“, die „lebenslanges Lernen“ bewirken soll.
Ebenso wird die Gleichwertigkeit jeglicher Geschlechtsbeziehung auch bei homosexuellen Partnern als wichtiges Ziel dargestellt, sexuelle Zurückhaltung dagegen als Irrweg angesehen, da sie „verantwortliche Entscheidungsfindung“ nicht begünstigt. Schließlich wird eine „qualitativ hochwertige wissenschaftliche Begleitung“ verlangt, die unvoreingenommen und altersgemäß sein müsse. Der Bericht postuliert, dass Sexualerziehung eine selbstständige Rechtsfigur werden solle. Das Recht auf Lustgewinn durch sexuelle Aktivität wird geschickt eingeflochten.
In der länderspezifischen Übersicht werden19 europäische Staaten aufgezählt, in denen Sexualkunde als verpflichtender Unterricht in Schulen vermittelt wird. In Portugal werden Schüler ab fünf Jahren, in Holland ab dreizehn Jahren mit sexualkundlichen Inhalten konfrontiert. Einige Beobachter waren sicher beruhigt, als sie hörten, dass das Thema in portugiesischen Schulen in die Fächer Biologie, Erdkunde, Philosophie und Religion eingebettet ist.
Aufmerken lässt, dass in dem ganzen Bericht die Begriffe Mutter und Vater jeweils nur einmal, der Begriff Eltern dreimal, allerdings mit negativem Beigeschmack gebraucht werden: so wird Eltern vorgeworfen, Wege zu verstellen, wenn sie ihre Kinder vom Sexualkundeunterricht abmelden. Von Eltern wird erwartet, geeignete Aufklärung zu Sexualität und Reproduktion anzubieten, die nicht die „Rechte der Kinder“ beeinträchtigen.
Heftige Kritik von vielen Staaten

Nach Präsentation des Berichts auf dem 3. Committee meeting, meldeten sich 19 Delegationen zu Wort, einige als Vertreter von Staatengruppen. Die Sprecher der afrikanischen Staaten, des karibischen Staatenbundes, die arabische Liga und die Islamkonferenz (OIC) protestierten vehement. Der Vertreter von Malawi, Sprecher der afrikanischen Staaten, brachte die eindeutige Ablehnung mit so starken Worten zum Ausdruck, wie sie selten bei der UN vernommen wurden. Der Sprecher zeigte sich alarmiert, dass der Berichterstatter den Rahmen seines Mandats eigenmächtig ausgedehnt habe, und einseitig eigene Standpunkte vortrage, was einer Verletzung des Verhaltenskodex für Berichterstatter gleichkomme.
Er führte weiter aus, dass mit dem Bericht ein neues Menschenrecht geschaffen werden solle, und dass der Verfasser selbst die „2006 Yogyakarta Principles on sexual orientation“ unterstützt habe. Seine offensichtlich persönlichen Ansichten, die in dem Bericht Eingang gefunden hätten, stellten eine Mandatsverletzung dar. Deshalb lehne die afrikanische Gruppe den Bericht rundherum ab.
Der Kommentar von Trinidad & Tobago als Sprecher der CARICOM (the Caribbean Community) war ebenfalls äußerst negativ. Der Report sei anstößig; der Berichterstatter versuche, legitime Elternrechte zu usurpieren und habe in Zuwiderhandlung seiner Mandatspflichten die Informationen, die er hätte zusammentragen sollen, dem Komitee vorenthalten. Der Bericht sei inakzeptabel.
Auch Mauretanien, Sprecher der arabischen Liga, lehnte den Bericht „kategorisch“ ab.
Marokko, Sprecher für die Islamkonferenz führte aus, dass der Berichterstatter in seinem Versuch, das Erziehungsrecht neu zu definieren, sowohl sein Mandat, als auch den Verhaltenskodex missachtet habe, weshalb die Islamkonferenz diesen Bericht nicht akzeptieren könne.
Nach diesen deutlichen Kommentaren verlas der Vertreter der EU einen ziemlich substanzlosen Kommentar. Der Delegat des Vereinigten Königreichs (UK) ereiferte sich, den Bericht gegen „Angreifer“ zu verteidigen. Schließlich erhielt der Vertreter der Vereinigten Staaten (USA) das Wort und führte in weniger als einer Minute, im wohl kürzesten Beitrag vor der UN aus, dass die USA das Recht auf Erziehung unterstützen, dass USAID (United States Agency for International Development) über 1 Milliarde Dollar für Bildung und Erziehung ausgegeben habe, dass man mit vielen Folgerungen des Berichts nicht übereinstimme und feststelle, dass es „kein international verbindliches Menschenrecht auf Sexualerziehung“ gebe.
Unabhängig von der deutlichen Ablehnung durch viele Staaten, wird dieses Dokument über das Recht auf (Sexual) Erziehung in die Annalen der UN eingehen, vielleicht als Referenz für künftige Dokumente einäugiger Fanatiker, die sich für nichtexistente Menschenrechte stark machen.
Es wird deutlich, dass die UN sich nicht nur für Frieden und Entwicklung in der Welt einsetzt; in klarer Verletzung der Menschenwürde setzt sie sich ebenso ein für „sexuelle Vielfalt“.
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Vincenzina Santoro ist internationale Volkswirtschafterin. Sie repräsentiert die “American Family Association” bei den Vereinten Nationen.

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