Buchrezensionen

Rezensionen von Bert Pfahl
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Rifqa Bary
„Untergetaucht im Licht“ - Warum ich alles riskierte, um den Islam zu verlassen und Jesus zu folgen -
288 S. Verlag: Media Maria; 2016, ISBN-10: 3945401186, 18,95 €

Rifqa Bary wurde in Sri Lanka geboren. Sie war auf einem Auge blind und wurde als achtjähriges Mädchen von ihrem Onkel sexuell missbraucht. Ihre Eltern, strenggläubige Muslime, betrachteten dies als Schande und wanderten deshalb in die USA aus. Dort lernte sie den christlichen Glauben kennen und ließ sich heimlich taufen.

Sie erzählt selbst mitreißend ihre persönliche Geschichte, wie sie als junges Mädchen den christlichen Glauben annahm und sich weigerte, zum Islam zurückzukehren.
Im Jahr 2009 verließ Rifqa Bary heimlich das Haus ihrer Eltern in Ohio, da sie von ihrem Vater wegen ihrer Konversion zum christlichen Glauben und ihrer Weigerung, zum Islam zurückzukehren, mit dem Tod bedroht wurde.

Da sie erst 16 Jahre alt war, strengten die Eltern einen Gerichtsprozess an, um sie zu zwingen, nach Hause zurückzukehren. Rifqa war jedoch bei christlichen Freunden untergetaucht, mit deren Hilfe sie sich gegen die Rückkehr wehrte. Sie wurde unter die Vormundschaft des Staates gestellt und bis zum Alter von 18 Jahren bei verschiedenen Pflegefamilien untergebracht. Heute lebt sie an geheim gehaltenen Orten, um sich vor der Gefahr zu schützen, wegen der Konversion zum christlichen Glauben getötet zu werden.

Riqfa erzählt ihre Erlebnisse als Mädchen in einem strenggläubigen muslimischen Elternhaus, das durch ihre Konversion zum christlichen Glauben Schande über ihre Familie gebracht hat. Es ist ein aufrüttelnder Bericht, der das Bild der Frau in traditionell geprägten muslimischen Familien aufzeigt. Heute ist Rifqa Barry 21 Jahre alt und studiert an einem geheim gehaltenen Ort. Sie möchte später in der Krankenpflege arbeiten und in der Mission im Ausland tätig sein.

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Barbara Wenz
„Konvertiten“ - Ergreifende Glaubenszeugnisse -
160 S., Verlag: Media Maria; 2016, ISBN-10: 3945401224, 14,95 €

Vor allem bekannte, aber auch weniger bekannte Konvertiten, die den Weg in die katholische Kirche gefunden haben, sind in diesem Buch in ihren Lebensgeschichten aufgeführt. Oftmals fanden die Konversionen unter unwahrscheinlichen und manchmal unter dramatischen Umständen statt.

So genügte Takashi Nagai ein Blick in die Augen seiner sterbenden Mutter, um den Glauben an Gott und an das ewige Leben zu finden. Clemens von Brentano veränderte die Begegnung mit der Seherin Anna Katharina Emmerick. Andere wiederum, wie der spätere Religionsphilosoph Sergej Bulgakow, wurden in einer bestimmten Minute ihres Lebens von der Herrlichkeit von Gottes Schöpfung so sehr überwältigt, dass sie von da an unverrückbar glaubten.

Barbara Wenz erzählt dem Leser erstaunliche, poetische oft ergreifende, aber immer spannende und nachdenklich stimmende Geschichten von Konvertiten wie Takashi Nagai, Clemens von Brentano, Thomas Merton und anderen.

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R. Scott Hurd
„Das Geschenk der Vergebung“ - Wie wir Verwundungen überwinden können
übersetzt von Gudrun Griesmayr, 160 Seiten,Verlag: Neue Stadt; 2012,, ISBN-10: 387996954X, 14,95 € Originaltitel: Forgiveness. A Catholic Approach

Passend zu den Anregungen, die Papst Franziskus in seinem apostolischen Schreiben „Amoris laetitia“ zum Jahr der Barmherzigkeit gegeben hat, erläutert das vorliegende Buch, wie wir die unvermeidlichen Verletzungen im Umgang mit unseren Mitmenschen überwinden können.

In 24 dichten Kapiteln erläutert der Autor die befreiende und heilende Kraft der Vergebung : Vergeben tut gut, einem selbst wie den anderen. Sie mag schwerfallen, aber sie gehört zum menschlichen Reifungsprozess. Aus seiner Erfahrung in der seelsorgerischen Begleitung heraus geht der Autor behutsam auf mögliche Blockaden ein; anhand vieler Beispiele weist er auf die zum Vergeben nötige Kraft des Glaubens hin. An Jesus, so Hurd, lässt sich ablesen, dass Vergeben eine Entscheidung, ein Prozess und auch ein Geschenk ist, um das wir bitten können. Ein Anhang bietet als Zusammenfassung eine Art „Starthilfe“: zehn Schritte eines gelingenden Prozesses der Vergebung.

Neben hilfreichen Quellen- und Literaturhinweisen am Ende des Buches werden noch zwei weitere Bücher aus der Reihe LebensWert vorgestellt.

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Alessandro D`Avenia
„Weiss wie Milch, rot wie Blut“
übersetzt von V. v. Koskull

In diesem Jugendroman begegnen wir Leo, einem ganz normalen 16-Jährigen, der in perfekter Symbiose mit seinem iPod lebt, Fußball spielt und am liebsten auf seinem Moped durch Rom brettert. Leo ist fest davon überzeugt, Löwenkräfte zu besitzen, aber er hat einen Feind, der ihm zusetzt: die Farbe Weiß.

Weiß ist die Stille, die Sehnsucht und die Einsamkeit. Rot dagegen ist die Farbe der Liebe, der Leidenschaft, des Blutes. Rot sind auch die Haare von Beatrice, die er anbetet. Und seit Leo in der Schule von diesem neuen Vertretungslehrer unterrichtet wird, der den Schülern Literatur wie Popmusik nahe bringt und den alle nur den Träumer nennen, hat er sogar seine Vorurteile gegenüber dieser Spezies über Bord geworfen. Leo nimmt also all seinen Mut zusammen und schickt Beatrice eine Verszeile aus Dantes »Vita Nova« – per sms. Dass sie ihm nicht antwortet, macht ihm schwer zu schaffen, bis der Träumer vor der Klasse steht und ihnen sagt, dass Beatrice schwer krank ist.

Es ist ein besonders Jugendliche ansprechender Roman über die erste große Liebe. Eine Erinnerung an die ungeheure Wucht der Gefühle, wenn sie uns zum ersten Mal trifft. Jung, frech und poetisch erzählt, mal schonungslos ehrlich, mal scharfzüngig rotzig und dann wieder verletzlich und zart.