Die Verregelung der Welt

Die Verregelung der Welt
Erziehungswissenschaftler referieren pausenlos über Fragen, die alle Eltern bewegen. Brauchen wir einen Elternführerschein? Wann kommt die erste Elternschule? Gibt es überhaupt einen Kanon allgemein gültiger Erziehungsziele und -grundsätze? Was zeichnet Neo-Eltern aus?
von Mark Rinasky
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Ist das chatten mit den eigenen Kindern in sozialen Netzwerken sinnvoll? Wieviele Fernseher dürfen Kinder in ihrem Zimmer haben? Computer, ipad, Netzkontrolle? Woran erkennen wir eine gute Schule? Am Sicherheitspersonal? Oder daran, dass der Schuldirektor fließend chinesisch spricht? Kruzifix: ja oder nein? Wieviele Schulnoten sind erlaubt? Und: Was ist eine Elternfalle? Wie wird sie vermieden? Ist zuviel Elternkontrolle kontraproduktiv? Psycho- oder Verhaltenskontrolle – für welche Kontrollmaßnahme haben Sie sich entschieden?
Verfügen Sie eigentlich über einen Kinder-Knigge? Wann waren Sie zum letzten Mal auf einem Elternkolleg? Sicherlich kennen Sie das Einmaleins zur Vitalisierung Ihrer Paarbeziehung nach der Geburt: Entsprechen Ihre Erwartungen der Realität? Nehmen Sie sich bewusst Zeit füreinander? Haben Sie einen Familientherapeuten? Derzeit kursieren hunderte Erziehungsratgeber in der Republik, darunter inzwischen auch Lexika – wieviele davon kennen Sie? Ist Ihr Kind glücklich? Wie messen Sie dieses Glück?
Wann haben Sie zuletzt aktiv im Kindergarten oder in der Schule mitgearbeitet? Agieren Sie ehrenamtlich in gewissen Gremien? Unterstützen Sie die Arbeit der Schule über einen Förderverein? Haben Sie sich die Schule Ihres Kindes schon einmal aus der Sicht eines Schülers zeigen lassen? Wussten Sie, dass man auch Unterlagen aus der Selbst- oder Fremdevaluation erbitten kann? Schülerbefragungen, Lernstandserhebungen, Schulinspektion – tun Sie wirklich genug? Wie wohl würden Sie sich in der Schule Ihres Kindes fühlen? Verstehen Sie Ihre Kinder? Wieviele Studien haben Sie gelesen? Wie hieß die letzte Studie?
Wussten Sie, dass Glück kein Geheimnis mehr ist? Glückliche Kinder brauchen glückliche Eltern, heißt es – doch was tun Sie für Ihr Glück? Nutzen Sie den fördernden Einfluss von Musik und Rhythmik auf die Entwicklung des Familienlebens? Nach welcher Methode setzen Sie Grenzen? Wüten, motzen, schlagen – ist Ihnen bewusst, dass Angst der Schlüssel für Mut und Tapferkeit ist? Was verstehen Sie unter diesen Begriffen? Wie oft lachen Sie mit Ihren Kindern? Zuviel? Zuwenig? Haben Sie überhaupt einen eigenen, von Humor und Anteilnahme geprägten Erziehungsstil? Haben Sie einen Coach? Wieviele der folgenden Fragen können Sie korrekt beantworten: Brauchen Kinder Haustiere? Welcher Geschwister-Abstand ist optimal? Macht Musik schlau?
Warum lachen Sie?
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