Die Verwöhnungsfalle - ein Buch von Albert Wunsch

Die Verwöhnungsfalle - ein Buch von Albert Wunsch
Das schon zu einem pädagogischen Klassiker gewordene Buch von A. Wunsch liegt jetzt in einer erweiterten Neufassung vor, mit einem Selbsttest, mit dem man sich in wenigen Fragen über den eigenen Erziehungsstil klar werden kann. Die große Resonanz und Diskussion, die das Buch ausgelöst hat, findet in dieser Neuauflage seinen Niederschlag, indem der Autor die aufgeworfenen Fragen beantwortet und an vielen Stellen mit Beispielen aus dem Erziehungsalltag seine Hauptaussagen belegt.
Rezension von Horst Hennert
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Albert Wunsch, Die Verwöhnungsfalle, 14. überarbeitete und erweiterte Auflage 2013, Kösel Verlag, 288 Seiten, 17.99 Euro

Worum geht es in dem Buch?

In seinen vielfältigen pädagogischen Feldern, in denen Wunsch tätig war, ist er immer wieder der Haltung von Eltern und Erziehern begegnet, den Heranwachsenden möglichst viele Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen und sie dadurch in ihrer Entwicklung zu selbstständigen und verantwortlichen Menschen zu behindern. Daher stellt er die Forderung auf: Schluss mit dem Verwöhnen! Lasst die Kinder und Jugendlichen an den Problemen, die das Leben mit sich bringt, wachsen und erwachsen werden! Für eine Erziehung zu mehr Eigenverantwortlichkeit!
Raus aus der Verwöhnung!

Vom individualpsychologischen Ansatz Alfred Adlers und dem verhaltensbiologischen Ansatz von Felix v. Cube ausgehend zeigt Wunsch die Versuchungen auf, die für uns alle im Verwöhnt-Werden-Wollen liegen und welche Gefahren das für die Persönlichkeitsentwicklung mit sich bringt, bis hin zum „postmodernen Asozialen“, wie er es nennt.
Um den Gefahren der Verwöhnung zu entgehen, fordert Wunsch ein Umdenken von den Eltern und Erziehern, das damit beginnen muss, sich klar zu werden, dass ein stabiles Selbst nur zu erreichen ist, wenn man sich den Herausforderungen, die das Leben mit sich bringt, stellt und sich nicht vor Verantwortung drückt, es aber auch bei anderen nicht zulässt.
Aus der Praxis für die Praxis

Die „Praxistipps für den Erziehungsalltag“, dem letzten Kapitel des sehr empfehlenswerten Buches, führen den Leser in Situationen, die er in dieser oder ähnlicher Weise selbst schon häufiger erlebt hat, dabei aber nicht wusste, wie er darauf reagieren sollte. Spätestens in dieser sehr anschaulichen Darstellung von Alltagssituationen kann der Leser sich der an ihn gestellten Aufforderung sein eigenes Handeln zu überprüfen, nicht mehr entziehen. So hält das Buch dem Leser einen Spiegel vor, indem er eigenes Fehlverhalten erkennen kann, macht ihm aber auch immer wieder Mut, sich den nerkannten Veränderungsnotwendigkeiten zu stellen.

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