Der junge Messias

von José García
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Basierend auf dem Roman „Jesus Christus. Rückkehr ins Heilige Land“ (2007) von Anne Rice erzählt Regisseur Cyrus Nowrasteh vom siebenjährigen Jesus (Adam Greaves-Neal), der mit seinen Eltern Maria (Sara Lazzaro) und Josef (Vincent Walsh) in Alexandria lebt. Dorthin waren sie mit anderen Verwandten, etwa Marias Bruder Kleopas (Christian McKay), vor König Herodes geflüchtet. Nach einer Rangelei mit einem älteren Jungen fällt dieser zu Boden, stößt sich mit dem Kopf an einen Stein und bleibt tot liegen. Die Bewohner, die ohnehin die fremden Handwerker und deren Familien mit Argwohn betrachten, reagieren aufgebracht ... bis Jesus den toten Jungen wieder zum Leben erweckt.

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Filmische Qualität: 2,5 von 5 Punkten
Regie: Cyrus Nowrasteh
Darsteller: Adam Greaves-Neal, Sara Lazzaro, Vincent Walsh, Sean Bean, Clive Russell, David Bradley, Isabelle Adriani, Christian McKay
Land, Jahr: USA 2015
Laufzeit: 112 Minuten
Genre: Historischer Film
Publikum: alle (FSK ab 6 Jahren)
Einschränkungen: --
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In einem Traum erfährt Josef, dass Herodes gestorben ist und er mit seiner Familie nach Palästina zurückkehren soll. Auf dem Weg nach Nazareth erkrankt Kleopas schwer. Jesus heilt seinen Onkel vor allen Augen, so dass sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitet. Herodes beauftragt daraufhin den römischen Zenturio Severus (Sean Bean), das wundertätige Kind zu finden und zu töten.

In der Ausstattung erinnert "Der junge Messias" an "Auferstanden" (Kevin Reynolds, siehe Filmarchiv). Regisseur Cyrus Nowrasteh lässt mit viel Sorgfalt die Zeitenwende wieder erstehen. Zu dem historisch-geografischen Kolorit tragen nicht nur Kostüme und Bauten, sondern auch die als "ethnisch" zu bezeichnende Filmmusik bei. Als besonderes Stilmittel setzt "Der junge Messias" die Gestalt des Teufels ein, der sich als schwarz gekleideter, blonder junger Mann von allen anderen Bewohnern Alexandrias unterscheidet, die helle Kleider tragen.

In Rückblenden werden etwa auch die Verkündigung und die Anbetung der Könige beschrieben. In diesen Passagen lehnt sich das Drehbuch von Cyrus Nowrasteh und Betsy Giffen Nowrasteh an die Heilige Schrift an. Andere Episoden erinnern jedoch eher an apokryphe Kindheitsgeschichten Jesu. Von der Formung eines Vogels aus Lehm oder auch von anderen Heilungen berichtet insbesondere das sogenannte Kindheitsevangelium nach Thomas. ?Jesus sucht nach Antworten? heißt es in Nowrastehs Film. In diesem Zusammenhang findet der Besuch Jesu als Kind im Tempel statt. Im Lukasevangelium spricht die Antwort Jesu als Zwölfjähriger, der von Josef und Maria im Tempel wiedergefunden wird, jedoch eine ganz andere Sprache: "Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört"?. Auf die schwierige Frage nach dem Wissen und der Verknüpfung der Allwissenheit Christi mit dem menschlichen Erkennen Jesu haben Theologen, etwa Bonaventura in den "Quaestiones disputatae de scientia Christi", eine Antwort zu geben versucht. Die Aussage in "Der junge Messias", dass Jesus Maria und Josef mit Fragen bestürmt, um herauszufinden, wer er sei, steht allerdings kaum damit im Einklang.