Men in Black III

Men in Black III
Ein Mann im schwarzen Anzug steht auf der Spitze des New Yorker Chrysler-Gebäudes im Begriff, hinunterzuspringen. Für Agent J (Will Smith) ist dies freilich ein Sprung in die Vergangenheit: Während seines freien Falls rauscht an ihm die Erdgeschichte samt Dinosauriern im Zeitraffer vorbei. Ankommen wird er im Jahre 1969, genauer am 16. Juli 1969, dem Start der Apollo 11-Mission, die zur ersten Mondlandung führte. Seine Mission: den Tod seines Partners K (Tommy Lee Jons) zu verhindern. Denn vor ihm ist bereits der aus einem Mondgefängnis ausgebrochene Außerirdische Boris „die Bestie“ (Jemaine Clement) ins Jahr 1969 gereist, um den jungen Agenten K (Josh Brolin) an eben diesem Tag zu töten. Denn am 16. Juli 1969 hatte Agent K Boris einen Arm abgeschossen und ihn gefangen genommen. Mit seiner Zeitreise möchte nun der Bösewicht dies rückgängig machen – was Agent J wiederum verhindern will.
Filmische Qualität: 3,5 von 5 Punkten
Regie: Barry Sonnenfeld
Darsteller: Will Smith, Tommy Lee Jones, Josh Brolin, Rip Torn, Emma Thompson, Alice Eve, Nicole Scherzinger, Jemaine Clement, Bill Hader
Land, Jahr: USA 2012
Laufzeit: 105 Minuten
Genre: Science-Fiction / Fantasy
Publikum: Jugendliche (FSK: ab 12 Jahren), Erwachsene
Einschränkungen: --

Rezension: JOSÉ GARCÍA - www.textezumfilm.de

Wie bei solchen „Zeitreise-Filmen“ üblich, wirft Regisseur Barry Sonnenfeld in „Men in Black 3“ einen Blick auf die Unterschiede zwischen der damaligen Zeit und heute. Dies betrifft etwa die Stellung der Afroamerikaner Ende der sechziger Jahre. So wird Agent J von der Polizei gestoppt, weil er sich in einem teuren Auto verdächtig macht. Den Genrekonventionen folgend karikiert Regisseur Sonnenfeld die zu dieser Zeit in Blüte stehende „Factory“ von Andy Warhol (dargestellt von Bill Hader): Nach „Men in Black 3“ ist Warhol ebenfalls ein Agent der Behörde, deren Mitglieder wie K und J stets in schwarzen Anzügen und mit schwarzer Krawatte auf Gesetzesbrecher unter den Aliens Jagd machen. Dies macht wiederum deutlich, dass es in „Men in Black 3“ vor allem um Selbstbezüglichkeit geht. Das heißt, dass sich der Zuschauer, der die Vorgänger-Filme nicht kennt, im „Men-in-Back-Universum“ schwerlich zurechtfindet.
Im Jahre 1997 lieferte Barry Sonnenfeld mit „Men in Black“ eine „Alien-Komödie“, die sich von allen Invasionsphantasien und Außerirdischen-Angriffsfilme von Ridley Scotts „Alien“ (1979) bis Roland Emmerichs „Independence Day“ (1996) im Ton grundlegend unterschied. Basierend auf der gleichnamigen Comic-Reihe ging „Men in Black“ von der Prämisse aus, dass auf der Erde längst Außerirdische leben. Einige von ihnen arbeiten gar mit der geheimen Kontrollbehörde für außerirdische Aktivitäten zusammen. Diese hat als Aufgabe, nicht nur die Erde vom außerirdischen „Abschaum“ freizuhalten, sondern insbesondere auch darauf zu achten, dass die Menschen nichts von den Aliens mitbekommen beziehungsweise dass sie es sofort vergessen. Dazu benutzen die Agenten einen „Neuralisator“. Um nicht selbst davon betroffen zu werden, setzen sie die Sonnenbrillen auf, die zu den Markenzeichen von den „Men in Black“ wurden. Denn auf die Handlung kam es nicht allzu sehr an. Es ging vielmehr um den Witz und vor allem um die Beziehung zwischen dem neu rekrutierten, wortreichen Agenten J und dem wortkargen alten Hasen, dem Agenten K. Nachdem sich dieser am Ende des Filmes sein Gedächtnis auslöschen ließ, wurde K in der Fortsetzung „Man in Black II“ (2002) wieder aus dem Ruhestand geholt. Obwohl hier alles bunter und actionreicher wurde, enttäuschte „Man in Black II“.
„Man in Black 3“ stellt hingegen eine angenehme Überraschung dar. Zwar spielt die Handlung, die außerdem eine ganze Reihe Logiklöcher aufweist, ebenfalls eine untergeordnete Rolle. Visuell überzeugt Barry Sonnenfelds Film jedoch, wie etwa bereits der eingangs erwählte freie Fall in die Vergangenheit zeigt. Darüber hinaus konzentriert er sich auf seine Figuren, statt wie viele Hollywood-Superproduktionen lediglich auf die Spezialeffekte zu setzen. Mit viel Liebe zum Detail werden Nebenfiguren entworfen, etwa die nach dem Tod von Agenten Z an die Spitze der „Men in Black“ aufgerückte Agentin O (Emma Thompson) mit ihrer kunstvoll arrangierten Frisur, oder auch die eher abstoßenden Details des Hauptbösewichtes Boris mit der skorpionartigen tödlichen Waffe, die aus seiner Handfläche heraus kriecht. Eine solche besondere Nebenfigur ist ebenfalls der Außerirdische Griffin (Michael Stuhlbarg), der die verschiedenen Möglichkeiten der Zukunft abwägt – und damit auch einen selbstironischen Kommentar auf die möglichen Richtungen abgibt, die die Filmhandlung hätte einschlagen können.
Im Mittelpunkt steht aber wie in den Vorgänger-Filmen die Beziehung zwischen den beiden Agenten J und K. Wobei als junger K Josh Brolin nicht nur die jüngere Version der von Schauspieler Tommy Lee Jones verkörperte Figur darstellt, sondern natürlich auch Tommy Lee Jones’ Mimik nachahmt, was ihm vollends gelingt. Weil Agent K die Brücke zwischen dem jungen und dem alten Partner K schlägt und sich deshalb als die Hauptfigur erweist, gehört ihm die zugegebenermaßen etwas süßlich geratene Pointe am Filmschluss. Obwohl „Men in Black 3“ zu dem Außerirdischen-Universum der zwei früheren Filme nichts Wesentliches hinzufügt, gelingt es Regisseur Barry Sonnenfeld in „Man in Black 3“, den schlimmsten Fehler im Unterhaltungskino zu vermeiden: Der Zuschauer fühlt sich in keinem Augenblick gelangweilt.

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