Mir ist schlecht! – Tipps für lange Autofahrten mit Kindern

Mir ist schlecht! – Tipps für lange Autofahrten mit Kindern
Endlich Urlaub. Und dann das: Wann sind wir da? Ich habe Durst! Ich muss mal! Für Eltern und Kinder können lange Autofahrten zur Tortur werden. Es gibt kein Patentrezept gegen diesen Auto-Stress. Wenn man aber einige Regeln beachtet, kann das Unternehmen weniger anstrengend für alle verlaufen. Man kommt dabei allerdings später an – dafür aber entspannter.
Lange Autofahrten mit Kindern sind zuweilen stressig. Zudem gerne Grund für die Gefährdung des Familienfriedens, wenn Mami und Papi über die beste Methode des Ruhigstellens der Kleinen nicht einer Meinung sind. Mit ein paar vorbereitenden Maßnahmen und Regeln für die eigentliche Fahrt kann man das Projekt aber relativ gut in den Griff bekommen.
1. Entscheidend ist nach Meinung von Erziehungsexperten, die Reise „als Familie“ zu planen und die Kinder mit einzubinden. "Die gemeinsame Vorbereitung ist eigentlich das Wichtigste", sagt Wilfried Steinert, Vorsitzender des Bundeselternrates. "Wenn die Kinder zum Beispiel mitentscheiden dürfen, an welchen Punkten der Reise eine Rast eingelegt werden könnte, wirkt sich das später sehr positiv auf die Harmonie im Auto aus."
2. Suchen Sie für die Rast-Phasen Orte, an denen die Kinder sich austoben können. An einigen Raststätten gibt es Spielplätze. Besser ist es, von der Autobahn abzufahren und beispielsweise in ein Schwimmbad zu gehen. Die Kleinen sind dann so müde, dass sie für die nächste Etappe ruhiger sind.
3. Wenn Kinder schon lesen und schreiben können, freuen sie sich über eine eigene Straßenkarte. Sie können dann – auch mit der Hilfe des nicht chauffierenden Elternteils – den Kurs verfolgen und die zurückgelegte Strecke markieren.
4. Man kann verschiedene „Wettbewerbe“ starten, die sich auf die Landschaft, Autobahnschilder usw. beziehen. „Wer erkennt zuerst das nächste Parkplatzschild ...?“ Grund: um der Reiseübelkeit vorzubeugen ist es wichtig, die Aufmerksamkeit aus dem Auto heraus zu lenken. Wenn Kinder im Auto nur malen und lesen – so die Experten – gibt es für sie ein Chaos von Sinneseindrücken, das sie nicht mehr verarbeiten können. Konsequenz: "Mir ist schlecht!“
5. Um der Übelkeit vorzubeugen ist auch eine besondere Reiseernährung angebracht. Auf keinen Fall schwere Speisen (z.B. Schnitzel mit Pommes) – besser Obst und Kekse. Vor allem: viel trinken – auch wenn es häufiger zum „Ich muss mal!“ kommt.
6. Wenn einem Kind trotz allem schlecht wird und der nächste Parkplatz noch nicht kommt, kann man ihm einen weit entfernten, festen Punkt zum Anvisieren zeigen – am besten durch die Frontscheibe.
7. Kleinkinder sollten nicht während der Fahrt gefüttert werden. Abgesehen von der Gefahr, dass das Kind durch ein schroffes Bremsmanöver mit dem Löffelchen oder der Flasche verletzt werden kann, ist auch die Möglichkeit des Verschluckens groß.
8. Gegen die Langeweile auf der Fahrt gibt es nur ein Mittel: man muss die Kleinen beschäftigen. Einfache Spiele wie "Ich sehe was, was du nicht siehst" oder das Erraten von Städten anhand von Nummernschildern können für Unterhaltung sorgen. Auch lassen sich mit den mittleren Buchstaben auf Nummernschildern Worte bilden, "MB" zum Beispiel könnte Mandarinenbaum, Megablödmann oder Michael Ballack heißen. Wenn die Autobahn relativ voll ist, kann man sich ein überholendes Auto merken und so weit wie möglich mit den Augen verfolgen.
9. Viele Eltern geben den Kindern einen Walkman oder MP3-Player, damit sie ihre Lieblingsstücke hören können. Wilfried Steinert vom Bundeselternrat allerdings rät davon ab: "Am besten hören alle mit. So kann man eine halbe Stunde das Hörspiel der Kinder, danach eine halbe Stunde eine Musik-CD der Eltern einlegen. Das schafft ein Miteinander und die Kinder werden unter ihren Kopfhörern nicht isoliert."
10. Die wichtigste Komponente einer entspannten Ferienfahrt ist die Gelassenheit und gute Laune der Eltern. Wenn auf den Vordersitzen gestritten wird, geht das unmittelbar auf die Kinder über – sie fühlen sich dann auf jeden Fall unwohl.
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Kommentare

Meiner Tochter wird es auf langen Autofahrten sehr schnell schlecht. Es geht deutlich besser, wenn sie vorher keine Milchprodukte zu sich nimmt.