V. Weltfamilientreffen in Valencia

V. Weltfamilientreffen in Valencia
Vom 1. bis 9. Juli fand in Valencia das V. Weltfamilientreffen der katholischen Kirche statt. Es stand unter dem Thema: „Die Weitergabe des Glaubens in der Familie“, das noch von Johannes Paul II. ausgewählt wurde. Das umfassende Programm reichte von Angeboten zu gemeinsamem Spaß und Präsentationen von Familieninitiativen über verschiedene Kongresse (parallel zum Pastoraltheologischen Kongress je ein Kongress für Jugendliche und für Großeltern), religiöse Veranstaltungen (gestalteter Rosenkranz, Eucharistiefeiern in verschiedenen Sprachen) bis hin zum Treffen mit Papst Benedikt XVI. und der von ihm zelebrierten Abschlussmesse am Sonntag als Höhepunkt. Insgesamt wurden über 2 Millionen Teilnehmer aus aller Welt registriert.
Die Weltfamilientreffen gehen – wie die Weltjugendtreffen – auf eine Initiative von Papst Johannes Paul II. zurück. Die Familie als Gott gewollte Keimzelle der Gesellschaft lag ihm sehr am Herzen und sie stand seit dem Anfang seines priesterlichen Wirkens im Vordergrund seiner pastoralen Sorge. Neben zahlreichen Schriften zu diesem Thema hat er uns die Tradition der Weltfamilientreffen hinterlassen. Seit 1994 finden sie alle 3 Jahre statt, bisher in Rom (1994 und 2000), Rio de Janeiro (1997) und Manila (2003).
Am Treffen in Valencia nahmen wieder Familien aus aller Welt teil. Die Gastgeberregion stellte äußerst großzügig zahlreiche sehr preiswerte und familiengerechte Unterkünfte zur Verfügung. Trotzdem waren deutschsprachige Teilnehmer eher spärlich vertreten. Leider wurde das Familientreffen bei uns nur wenig publik gemacht und es unterlag wohl auch im Interessen-Wettbewerb der zeitgleichen Fußball-WM.
Das umfangreiche Programm bot zahlreiche Anregungen zum Nachdenken und Nachahmen; dazu das unvergessliche Erlebnis einer Abenteuerreise mit der eigenen Familie und der Austausch mit anderen Familien, die die „herkömmliche“ Familie stärken und gegen zunehmende staatliche Diskriminierung verteidigen wollen.
Als Begegnungsort diente vor allem ein Ausstellungsgelände, auf dem zahlreiche Familienorganisationen, aber auch ganz private Initiativen zur Stärkung der Familie ihre Ideen und Aktivitäten präsentierten. Damit der Austausch oder die Kongress-Teilnahme der Eltern nicht durch gelangweilte Kinder gestört wurde, gab es bis 21.00 Uhr abends kostenlose Kinderbetreuung mit attraktiven Angeboten (Sport, Theater, Musik, Werken etc.). Manch eine Kinder- und damit auch Familienfreundschaft wurde hier geknüpft.
Den Pastoraltheologischen Kongress gestalteten 29 Kardinäle aus 25 Ländern zusammen mit Familienexperten verschiedener religiöser Gemeinschaften sowie auch Nichtchristen. Ein Thema waren die als grobe Verletzung der traditionellen Rechte der Familie angesehenen Gesetzesänderungen in einigen europäischen Ländern. Auch das Problem der Unreife der Partner bei Eheschließung wurde erörtert sowie der vom 2. Vatikanum geprägte Begriff „verantwortete Elternschaft“ und die Gottvergessenheit als Ursache des Zerfalls vieler Familien.
Als tragendes Fundament der Familie wurde die Wertschätzung der Ehe als Berufung von Gott dargelegt. Es fehlte auch nicht der praktische Rat, sich zur Bewältigung von Problemen mit anderen Familien zusammen zu schließen.
Beim Kongress der Jugendlichen waren unter anderem Gewalt, Sexualität und Glaubensfreiheit Thema. Auch dem Phänomen, dass junge Leute sich heute oft erst sehr spät oder gar nicht entschließen zu heiraten, wurde nachgegangen.
Die Großeltern schließlich tauschten ihre Erfahrungen als geduldige und liebevolle Vertraute ihrer Enkel aus und erörterten Wege zur Weitergabe von Werten ohne Schulmeisterei. In seiner Predigt bei der Vigil am Samstagabend nannte der Papst die Großeltern „Garanten der Zuneigung und Zärtlichkeit, Gedächtnis und Reichtum der Familie.“
Zuvor hatten im Rahmen eines festlichen „Zeugnis-Treffens“ in Anwesenheit des Papstes Familien aus verschiedenen Ländern beeindruckende Glaubenszeugnisse in schwierigen Lebensumständen vorgetragen.
Abschließender Höhepunkt war am Sonntag das feierliche Pontifikalamt, für das ein riesiges Altarareal errichtet worden war, auf dem auch die 3000 konzelebrierenden Priester Platz fanden.
In seiner Predigt führte Benedikt unter anderem aus, wie der in einer Familie geborene Mensch durch die Liebe seiner Eltern auch die Liebe Gottes spürt und so in Freiheit heranreift zu einer verantwortlichen und selbst liebesfähigen Persönlichkeit.
Zum Schluss verkündete der Papst Mexiko Stadt als Austragungsort des nächsten Weltfamilientreffens im Jahre 2009.
--- Links (pdf-Dateien) ---
- Schreiben Benedikts XVI. an die Bischöfe Spaniens (8. Juli 2006)
- Predigt Benedikts XVI. während des Abschlussgottesdienstes zum V. Weltfamilientreffen (9. Juli 2006)
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