Berliner Eltern wehren sich gegen Pflichtfach Ethik

Die für das nächste Schuljahr für alle Berliner Schulen vom Senat nach heftigen Protesten und Auseinandersetzungen mit den Kirchen und Elternverbänden beschlossene Einführung des Faches Ethik wird nicht von allen Eltern ohne Widerstand hingenommen.
Die WELT meldet in einem Artikel vom 22.7.06, dass eine Gruppe von 21 Eltern einen „Antrag auf Befreiung vom Pflichtfach Ethik“ bei der Berliner Senatsverwaltung gestellt hat. Die Klage vor dem Bundesverfassungsgericht war kurz zuvor von den Karlsruher Richtern mit der Begründung abgelehnt worden, dass der Rechtsweg noch nicht ausgeschöpft sei. Den Eltern bleibt als einzige Reaktionsmöglichkeit gegen die für das nächste Schuljahr beschlossene und für alle Schulen verbindliche Einführung des Faches Ethik der Klageweg, der dann durch die verschiedenen Instanzen der Verwaltungsgerichte führt und jahrelang dauern kann.
Es handelt sich in der Hauptsache um Eltern, die für ihre Kinder weiterhin den Religionsunterricht an den Schulen wollen und die eine zwangsweise Teilnahme am Ethik-Unterricht ablehnen. André Schindler, der Vorsitzende des Berliner Landeselternausschusses plädiert dafür, jede Schule selbst entscheiden zu lassen, ob sie das Fach Ethik einführt oder nicht: "Diese Entscheidung muss die Schulkonferenz mit den Stimmen von Eltern, Lehrern und Schülern fällen."
Der seit langem schwelende Streit über die Stellung des Religionsunterrichtes in Berlin geht damit in die nächste Runde.
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