Mangelware Väter

Mangelware Väter
Väter sind Mangelware: weil es für viele Kinder keinen (mehr) gibt und weil viele Väter Mängel aufweisen (wie übrigens Mütter und Kinder auch) und weil viele Väter zwar vorhanden sind, aber nicht zur Verfügung stehen. In letzter Zeit finden der Vatermangel beziehungsweise die Mängel der Väter immer mehr Beachtung; hat man doch erkannt, wie wichtig die Rolle des Vaters für die gute Entwicklung des Menschen ist.
Längst haben Psychologen nachgewiesen, dass die Präsenz des Vaters großen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes nimmt, zum Guten wie zum Schlechten.
Die Diskussionen um das Elterngeld mit der Zusatzprämie „Vaterzeit“ hat unter anderem wieder die Frage aufgeworfen, ob ein Mann sich eigentlich ganz der Kinderbetreuung widmen sollte, ob ihm das (zeitweilige) Aufgeben seiner Berufsarbeit überhaupt zuzumuten ist.
Vaterschaftskonzepte

In einer für Deutschland repräsentativen Studie an ca. 2000 Vätern, Müttern und Kindern zum Vaterschaftskonzept konnte der in München lehrende Familienforscher Prof. W. Fthenakis eine derzeit bei uns ablaufende „sanfte Revolution“ im Vaterschaftskonzept unserer Gesellschaft bestätigen. 66% der Männer – darunter auch noch kinderlose – definieren sich als „Erzieher des Kindes“ und nur noch 34% als „Brotverdiener der Familie“. Zum traditionellen Vaterverständnis gehört die fehlende Bereitschaft, auf Karriere zu verzichten.
Das Vaterschaftskonzept eines Mannes ist meist Folge seiner eigenen Vaterbeziehung. War diese gut(Überwiegen des Bewusstseins geliebt und nicht vernachlässigt oder gestraft zu werden), entwickelt der Mann für sich selbst ein Konzept, bei dem die soziale Komponente einen hohen Stellenwert hat. War die Beziehung zum eigenen Vater schlecht, resultiert hieraus häufig ein Unvermögen, der Beziehung zu den einzelnen Personen der von ihm gegründeten Familie den Vorzug vor materiellen Werten und der eigenen Berufskarriere zu geben. Es kann jedoch auch der Wunsch zur Kompensation der eigenen schlechten Vater-Kind-Erfahrung zu einem sozial betonten Vaterschaftskonzept führen.
Das Vaterschaftskonzept ändert sich im Mittel beim Übergang zur Elternschaft zunächst nicht. Entscheidend ist jedoch die Partnerschaftsqualität. Je besser diese ist, desto mehr ändert sich das Vaterschaftskonzept der Männer in Richtung „Vater als Erzieher“. Wenn die eheliche Beziehung unglücklich ist, scheinen familiäre Übergangssituationen (Geburt des ersten Kindes oder dessen Einschulung) die Väter anfällig dafür zu machen, die Ernährer-Rolle zu betonen und sich aus der Erzieher-Rolle zurück zu ziehen. Gerade die Zeit vor der Geburt bis etwa zum 20. Lebensmonat des Kindes stellt die Partnerschaft oft auf eine harte Probe.
Das Vaterschaftskonzept korreliert mit der Einstellung zur Rolle der Geschlechter. Egalitär eingestellte Männer streben weniger nach beruflichem Erfolg und finanzieller Sicherheit, ihnen ist eine stabile Partnerschaft als Lebensziel wichtiger. Sie beteiligen sich mehr an Kind bezogenen Aufgaben und sind dabei zufrieden.
Aufgabenteilung
Paare, die bereits vor der Geburt des ersten Kindes eine partnerschaftliche Aufgabenteilung praktiziert haben, scheinen mit der Anpassung an die neue Lebenssituation besser zurecht zu kommen.
Die Idealvorstellung von Vätern und Müttern bezüglich der Kind bezogenen Aufgabenteilung sieht möglichst viele Aufgaben in gemeinsamer Verantwortung erledigt (72%), 20% allein von der Mutter und 8% nur vom Vater. In der Realität übernehmen aber die Mütter fast die Hälfte aller Aufgaben alleine. Dies führt oft zu Unzufriedenheit mit der Aufgabenteilung selbst und zu einer Verschlechterung der Partnerschaftsqualität. Frauen mit viel Verständnis für die Arbeit bezogenen Probleme ihrer Männer leiden weniger unter dem Übermaß der von ihnen alleine zu bewältigenden Erziehungsaufgaben.
Die Art der Aufgabenteilung wirkt sich auf die Partnerschaftsqualität und die Freude am Familienleben aus. Die vermehrte Beschäftigung der Väter mit den Kindern führt zur Entlastung der Mütter, zu mehr Zufriedenheit der Väter und zu einer höheren Ehezufriedenheit beider Eltern. Davon profitieren letztlich auch ganz erheblich die Kinder.
Beim Ausbau bestimmter familienpolitischer Leistungen sind Väter vor allem an finanziellen Zuwendungen interessiert, während Mütter wünschen, dass Leistungen wie „Freistellung von der Arbeit zur Pflege kranker Kinder“ oder die Berücksichtigung der Kindererziehungszeiten im Rentenrecht verbessert werden.
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Kommentare

Im Artikel steht: "Das Vaterschaftskonzept korreliert mit der Einstellung zur Rolle der Geschlechter. Egalitär eingestellte Männer streben weniger nach beruflichem Erfolg und finanzieller Sicherheit, ihnen ist eine stabile Partnerschaft als Lebensziel wichtiger. Sie beteiligen sich mehr an Kind bezogenen Aufgaben und sind dabei zufrieden."

Wer Kinder in die Welt setzt, verzichtet auf sehr viel Wohlstand im Gegensatz zu Kinderlosen. Nun sollen die Väter also auch noch auf Karriere verzichten. Wie soll das funktionieren?

Der Geburtenrückgang in unserer Gesellschaft ist in erster Linie auf das Verschwinden der Mehrkindfamilie zurückzuführen. Solche Familien erfordern aber in aller Regel einen Elternteil, welcher sich für 10 oder mehr Jahre ganz auf Familienarbeit konzentriert (in der Regel die Frau). Umso mehr muss dann der andere Teil an der Karriere arbeiten, sonst heißt es: Sozialhilfe.

Es ist diese verlogene Diskussion, die seit Jahrzehnten aus ideologischen Gründen ständig Dinge durcheinanderwirft. Warum kann man nicht einfach mal bei den Fakten bleiben.

Ich bin sicher, das Vaterproblem ist eine reine Erfindung kinderloser Feministinnen, die sonst nichts anderes zu tun haben.