Empfängnisregelung statt Empfängnisverhütung

Empfängnisregelung statt Empfängnisverhütung
Ein neues Programm für Teenager heißt TeenStar und steht für TEENager Suchen Tragfähige Antworten in ihrer Reifezeit. Es soll junge Menschen zu Verantwortung und Reife im Umgang mit der eigenen Sexualität führen. Ein Informationsabend am 29. September in Freigericht/Bayern vor 50 Personen stellte Teenstar erstmalig vor.
von Patricia Haun
Überwiegend Frauen, aber auch einige Männer hatten sich aus dem gesamten Bundesgebiet in der Wendelinusgemeinde eingefunden, um dem Vortrag der eigens aus Österreich angereisten Referentin, Frau Monika Kastner, zu lauschen.
Zwar war dieser Abend für alle interessierten Menschen offen, gleichzeitig galt aber auch als Voraussetzung für die Teilnahme am TeenStar-Ausbildungsseminar, das an sechs Tagen im November und Januar in den Räumen der Freigerichter Pfarrgemeinde stattfinden wird. „Der Kurs ist inzwischen ausgebucht“, freut sich Simone Thoma, die Organisatorin der Aktion. Weitere Kurse im Bundesgebiet werden folgen.
Schon der Informationsabend machte neugierig auf mehr. Frau Kastner, ausgebildete med.-techn. Assistentin, arbeitet am Institut für Natürliche Empfängnisregelung (INER) des bekannten Prof. Dr. med. J. Rötzer in Vöcklabruck/Österreich, der die sogenannte sympto-thermale Methode zur Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus einer Frau erforscht hat. Durch Führen von Temperaturübersichten und Beobachten des Zervixschleims lernt die Frau ihren Körper und ihre Fruchtbarkeit kennen.
So stellte Frau Kastner klar: Natürliche Empfängnisregelung (kurz NER) ist keine Verhütung! Man lebt die Sexualität mit dem Zyklus der Frau.So ist NER keine Verhütungsmethode sondern eine Lebensweise, die völlig im Einklang mit der Katholischen Kirche steht. Die Paare sind eingeladen, ihre eheliche Sexualität in der unfruchtbaren Zeit zu genießen und in den fruchtbaren Tagen Enthaltsamkeit zu leben, wenn die Empfängnis eines Kindes nicht verantwortbar ist. „Manche Paare setzen in der fruchtbaren Zeit Verhütungsmittel ein – dann handelt es sich jedoch um Empfängnisverhütung“, erklärt Frau Kastner den feinen Unterschied.
Die Theorie ging in Praxis über, als Frau Kastner das Führen der Tabellen erklärte, was auch gezielt bei Kinderwunsch eingesetzt oder zur genauen Bestimmung des Geburtstermins dienen kann. Das INER Büro in Österreich habe schon vielen Paaren zu Kindern verholfen, die von Ärzten bereits als unfruchtbar aufgegeben waren, berichtete Frau Kastner. Sie empfiehlt NER schon ganz jungen Mädchen, da sie durch die Körperbeobachtung und ihre Aufzeichnungen eine viel bewusstere Einstellung zu ihrem Frausein und ihrer Fruchtbarkeit bekämen.
Die Referentin gab auch Erklärungen zu verschiedenen Geschlechtskrankheiten und zeigte die Ursachen für Gebärmutterhalskrebs auf. Im Fazit konnte Frau Kastner verdeutlichen, dass eheliche Treue der beste Schutz vor allen gefürchteten Geschlechtskrankheiten ist. Außerdem resümierte sie, dass Frauen, die über Jahre ihren Körper beobachten, Veränderungen und entstehende Krankheitsbilder sehr früh erkennen können.
Abschließend wurden diverse Verhütungsmethoden und deren Risiken und Nebenwirkungen vorgestellt. Das Publikum erfuhr interessante Details, so z. B. dass die Anti-Baby-Pille ein Vitaminvernichter ist und außerdem den Geruchssinn der Frau verändert, so dass es durchaus vorkommen kann, dass sie dadurch ihren Partner nicht mehr „riechen“ kann.
Frau Elisabeth Pesahl, die Gründerin der TeenStar-Initiative in Deutschland ging auf das anstehende Seminar konkret ein. Sie machte neugierig mit einigen Ergebnissen vom TeenStar-Kongress, der im August in Wien stattfand. Eine weltweite Untersuchung hat ergeben, dass es unter den Jugendlichen, die einen TeenStar-Kurs besucht hatten, keine Abtreibung mehr gab. „Dabei stehen Moral und Glaube bei den Kursen nicht im Vordergrund“, berichtete Frau Pesahl. „Wir arbeiten lediglich mit den Fragen der Jugendlichen. Unseren Glauben haben wir als Hintergrund und Basis, aber wir sprechen im Kurs nicht ungefragt darüber“, lächelte die Lehrerin. So manches tiefgründige Gespräch habe sich aber dennoch mit den Mädchen ergeben. Auch widerspricht Frau Pesahl den Jugendlichen nicht, wenn sie ihre oft recht weltlichen Vorstellungen über Sexualität und Verhütung zu Beginn der Kurse kundtun. „Wir halten unseren TeenStar-Kurs und das hat mit der Zeit schon manche Meinung verändert.“
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Infos unter: www.teenstar.at und www.iner.org
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