Serie: Heimat Adieu (Teil 4)

 Heimat Adieu (Teil 4)
Da ich über das gesamte halbe Jahr auch in Australien zur Schule gegangen bin, konnte ich auch die Unterschiede zur deutschen Schule kennenlernen und vor allem auch die Vorteile sehen und erleben. Ich bin in Sydney auf das Redfield College gegangen, das eine private Schule für Jungen ist, die an der Stadtgrenze von Sydney liegt.
Zwar war der Schulweg etwas länger, als ich es von Deutschland gewöhnt war, doch da morgens die Busse speziell für diese Schule eingesetzt werden, saßen im Bus nur Schüler vom Redfield College, mit denen ich mich sehr angenehm unterhalten konnte.
Zum Redfield College gehen ungefähr 500 Jungen, sowohl in die Primary School, was vergleichbar mit der Grundschule in Deutschland ist, als auch in die Secondary School, die dem Gymnasium gleich kommt.

Meine erste Erfahrung bestand darin, festzustellen, dass es eine wirkliche Vertrauensbasis zwischen den Lehrern und den Schülern gibt. Zwar war auf der einen Seite im Unterricht immer der Respekt gegenüber dem Lehrer vorhanden, doch hinderte dies keinen von uns, während der Pausen und auch nach der Schule sich mit den Lehrern zu unterhalten, und zwar nicht nur über die Schule, sondern über Einstellungen, Werte, Familie, Freundin und vieles mehr.
Außerdem hatte jeder der Schüler einen persönlichen Tutor an seiner Seite, mit dem man sich alle zwei Wochen traf und die schulischen, sowie die Alltagsziele plante. Dies war für jeden von uns eine wirkliche Hilfe, da somit vor allem eine wirkliche Struktur aufgebaut wurde, die sich auch in der Art und Weise, wie wir gelernt haben, niederschlug.

Da ich in den letzten drei Monaten das Year 12 besuchte, galt es, neben der Schule noch 20 Stunden zu lernen bzw. sobald die Klausuren anstanden 25 Stunden. Das mag sich sehr viel anhören, und es ist auch nicht gerade wenig, aber wenn man diese Anzahl an Stunden über die Woche plant und seine anderen Beschäftigungen darauf abstimmt, war es kein Problem. Dabei half aber auch, dass wir uns untereinander sehr oft samstags getroffen haben und zu viert oder fünft 4 bis 5 Stunden lernten.
Zwar gab es unter der Woche keine Zeit, sich mit Freunden zu treffen und abends wegzugehen, aber ich muss ehrlich sagen, dass es in keiner Weise Einfluß auf Freundschaften und die Intensität von Freundschaften genommen hat! Da wir in der Schule bis 15.15 Uhr zusammen waren und nicht nur eine Pause nach der 3. Stunde hatten, sondern auch nach der 5. Stunde Lunch hatten, der 40 Minuten dauerte, konnten wir viel reden und auch Spaß haben. Es war auch von Vorteil, dass wir nicht fest in einer Mensa saßen, sondern sich jeder von zu Hause etwas zum Essen mitgebracht hat. Dadurch konnte man die 40 Minuten besser nutzen und es gab keine Kritik am Essen.

Die Bereitschaft zum Lernen und der Ehrgeiz sind auch deswegen größer, weil jeder Schüler weiß, dass seine Eltern für seine Ausbildung zahlen. Auch das Interesse der Eltern an der Schule ist dadurch größer. In Australien müssen die Eltern nicht nur an den Privatschulen bezahlen, sondern auch an den staatlichen Schulen.
Am Redfield College sind intensive musikalische und sportliche Aktivitäten, die sonst mehr in der Freizeit stattfinden, in den Unterricht integriert. Sport spielt überhaupt eine herausragende Rolle. Für uns alle war es eine Ehre, für die Schule aufzulaufen. Egal, ob es Rugby, Soccer, Triathlon oder auch Schwimmen war. Aber nicht nur für die Schule war es Klasse, sondern auch für uns, weil wir dadurch zu einem Team wurden.
Die Erfahrungen, die ich durch die Schule gemacht habe, haben sich alle direkt und auch indirekt positiv auf den Alltag ausgewirkt. Ich kann für mich nur sagen, dass ich mir wünschen würde, solche Werte und Einstellungen auch hier in Deutschland zu finden (damit ich nicht nach dem Abi, in ein besseres Australien zurückgehen muss).

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Kommentare

Auch ich kann nur alle deine erfahrungen bestaetigen!!!!!Ich bin gerade aus Kanada zurueck gekommen und habe genau das gleich erlebt!!! Lehrer die fuer sich fuer dich einsetzen und immer fuer dich da sind-nach der schule oder auch in ihren Freistunden-! Ich wuerde mir sehr wuenschen auch hier dieses Angagement von den Lehrern zu sehen, denn sobald die Lehrer den Schuelern ihr intresse zeigen nehemn die Schueler es auch ernster in der schule, weil sie sehen, dass die lehrer sich um sie bemuehen.
Schuluniform wird ja hier in Deutschland immer wieder runter geredet und jeder beschwert sich sobald dieses Thema auch nur an gesprochen wird! Ich, von meiner Seite kann dazu nur sagen, dass ich wirklich keinen nachteil darin sehen konnte, jeden Tag Schuluniform zu tragen. Im gegenteil, es war einfach angenehm jeden Tag das gleiche anzuziehen ohne stunden lang ueberlegen zu muessen ob das Tshirt jetzt auch wirklich zu hose und pulli passt und welche ohrringe dann wieder mit den schuhen harmonieren,...! Diese ganze zeit, die man morgends darauf verwendet sich zu "stylen" wird auf ein minimum reduziert und man sieht trotzdemimmer sehr gut angezogen aus und sich ueberall problemlos zeigen! Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich sehr viel mer mit seiner schule identifiziert. Das traegt dazu bei, dass die schule als eine Gemeinschaft auftritt und man sich auf eiinmal in einem positiven sinne der schule zugehoerig fuehlt.
Einen anderen Vorteil bringt es natuerlich auch fuer das mit einander unter den schulern und schuelerinnen.
Mobbing wird damit ausgeschaltet!!! Jeder ist endsetzt wenn ueber mobbing berichtet wird und immer wieder wird gesagt,dass man ja nichts dagegen machen kann das waere nun mal so in unserer gesellschaft und da mit muss man leben und versuchen drueber zu stehen,...aber dem ist ja nun mal nicht so,..mobbing wird immer schlimmer und hat heute erschreckende dimmensionen erreicht!
Die einfachste methode mobbing einzustellen ist das einfuehren von schuluniform!
Um auch fuer unsere eltern einen praktischen grund auf zu weissen: Es macht viel weniger waesche:), weil man ja nicht jeden tag etwas anders an hat sondern grudsaetzloich jeden tag das gleiche traegt,.!

Diese ganzen erfahrungen, die man im ausland macht, und da ist es wirklich egal wo,england, irland , kanada, australien,..., ueberall erfaehrt man diese positiven endruecke, die man versucht mit nach deutschand zu nehmen um auch hier schritt fuer schritt leute von erfahrungswerten zu ueberzeugen und zu zeigen wie dringend sich in unserem schulsysthem etwas aendern muss!
doch leider stoesst man hier viel zu oft auf geschlosse augen und ohren! ist es nicht all zu offensichtlich, dass in deutschland irgentetwas mit dem bildungssysthem falsch laeuft???Warum dann nicht mal den stolz ueberwinden und bei andern laendern um verbesserung zu suchen !!! Die chancen etwas zu finden, dass auch in deutschland wieder hoffung geben koennte auf besserung im schulwesen, sind meiner meinung nach so hoch, dass es mich wirklich wundert, dass sie so viele leute nicht sehen!