2003 nur noch 44,6 % männliche Abiturienten

2003 nur noch 44,6 % männliche Abiturienten
Seit dem Schuljahr 1967/1968 ist der Anteil der männlichen Schulabgänger mit allgemeiner Hochschulreife bundesweit von 63,5 % auf 44,6 % im Jahr 2003 gefallen. Hingegen stieg die Zahl derjenigen mit Hauptschulabschluss in demselben Zeitraum von 49,7 % auf 58,8 %. Die Quote der Abgänger mit Realschulabschluss stieg nur leicht von 47,1 % auf 49,4 %.
Diese Werte folgen aus den jährlich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung herausgegeben „Grund- und Strukturdaten“ (pdf).
Das Ministerium veröffentlicht allerdings die Zahlen jeweils in Bezug auf die Schülerinnen. In der Grafik wurde lediglich die Differenz zwischen den Prozentangaben für die Schülerinnen aus den Grund- und Strukturdaten und 100 % gebildet, um zu Aussagen über die männlichen Schüler zu kommen.
Bis Anfang der achtziger Jahre erscheint der Kurvenverlauf in der Grafik unter der Annahme plausibel, dass Mädchen gegenüber der vergangenen Zeit vermehrt einen höheren Bildungsabschluss anstreben. Die drastische Abnahme der männlichen Schüler mit Hochschulreife sowie der Anstieg der Jungen mit Hauptschulabschluss vor allem seit der Wende lassen sich jedoch nicht alleine damit erklären. Die nachstehend aufgeführten Punkte können nur Hinweise auf mögliche Ursachen sein:
• Laut Bundesfamilienministerium betrug der Anstieg weiblicher Alleinerziehender von 1970 bis 2000 das dreifache; der Anteil alleinerziehender Väter ist mit ca. 15 % in diesem Zeitraum gleich geblieben.
• Der Anteil der Lehrerinnen am Gymnasium stieg von 37,7 % im Jahr 1960 auf 64,8 % im Jahr 2003.
G. A. Lörcher und P. H. Maier von der Pädagogischen Hochschule Freiburg haben 1999 in ihrer Untersuchung „Was erreichen Schüler und Lehrer im Fach Mathematik?“ gezeigt, daß Schülerinnen bessere Ergebnisse erreichen, wenn sie von einer Lehrerin unterrichtet werden.
Zur Klärung der aufgeführten Zusammenhänge bedarf es eingehender Untersuchungen, zu denen auch Beobachtungen an einem Jungengymnasium beitragen können.
Taxonomy upgrade extras: