Familiennetzwerk: Pauschale Diskriminierung der Eltern ist willkürlich

 Pauschale Diskriminierung der Eltern ist willkürlich
Der Streit über das Betreuungsgeld dient etlichen Politikern aus allen im Bundestag vertretenen Parteien zur Diskriminierung und Pathologisierung der gesamten Elternschaft. Es wird nach Möglichkeiten gesucht, wie Eltern kontrolliert werden können, ob das Geld tatsächlich bei den Kindern ankommt und «nicht in noch größere Flachbildschirme fließt» (Frau von der Leyen). Symptomatisch ist die Äußerung des stellvertretenden Fraktionschefs der Union, Wolfgang Zöller (CSU): «Natürlich darf ich Eltern, die - drastisch ausgedrückt - schon das Kindergeld versaufen, nicht noch 150 Euro zusätzlich geben».
Diese pauschale Diskriminierung ist unerträglich, weil sie den Einzelfall zur Norm erhebt. Das Familiennetzwerk stellt dazu fest:
In den letzten Jahren wurden für 1,8%-2,8% der Jugendlichen bis 21 Jahren >Hilfen zur Erziehung gewährt. Diese Hilfen werden von Jugendämtern und Familiengerichten nach Vorgabe des Sozialgesetzbuches (SGB)VIII (auch bekannt unter Kinder- und Jugendhilfegesetz KJHG) dann umgesetzt, wenn eine dem Wohl des Kindes entsprechende Erziehung nicht gewährleistet werden kann. Weiterhin betrifft, nach Daten der polizeilichen Kriminalstatistik des BKA, grobe Vernachlässigung von Kindern (§ 225 StGB) ungefähr 0,07% der Kinder.
Natürlich ist jeder Fall einer zuviel, keiner aber ist typisch für die deutschen Familien. Die Zahl der Eltern, die möglicherweise das Geld sachfremd verwenden („versaufen“) ist sicher geringer als die Zahl der Missbräuche in anderen Berufen. Man kann die Zahl auch so lesen: Mehr als 97% der Eltern lieben ihre Kinder und sorgen für eine angemessene Erziehung. Sie tun alles dafür, daß ihre Kinder sich zu lebenstüchtigen Erwachsenen entwickeln können. Diese Eltern werden durch das pauschale Misstrauen der Politiker und deren abfällige Äußerungen tief beleidigt.
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