Monoedukative Schulen helfen den Kindern sich zu entfalten

Monoedukative Schulen helfen den Kindern sich zu entfalten
Die Ausblendung der natürlichen Unterschiede hindert die Erziehung sowohl von Jungen als auch von Mädchen. Das ist das klare Situationsbild auch in den USA. Dennoch wehren sich die Gender-Ideologen nach allen Kräften dagegen, monoedukative Schulen einzurichten. Stattdessen werden völlig unzulängliche Erziehungskonzepte entwickelt. Michael Gilbert schildert die Situation in den USA. Simone Rüssel hat den Artikel aus dem Englischen übersetzt.
Weltweit dieselben Erfahrungen – auch in USA

Die schulischen Leistungen von Jungen haben in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Sie schneiden in allen Jahrgängen schlechter ab als Mädchen und die Zahl der Schulversager unter den Jungen nimmt stetig zu. Junge Männer, die es bis an die Hochschule schaffen, befinden sich dort in einem Verhältnis von fast 3 zu 2 in der Minderheit. Zu Schuljahresbeginn wollen nun sowohl Lehrer als auch besorgte Eltern wissen warum.
Eine Antwort mag in der tiefen Überzeugung der zuständigen Gestalter von Lehrplänen und Schulaufsichtsbeamten der 60er Jahre liegen. Sie fürchteten, dass „getrennt“ gleichbedeutend sei mit „ungleiche Chancen“ und wollten geschlechtsspezifische Stereotypen abbauen. Sie entschieden, dass Jungen und Mädchen so früh wie möglich zusammen unterrichtet werden sollten. Noch 1965 waren die meisten öffentlichen amerikanischen Schulen monoedukativ; im Jahr 2000 hatte nur noch eine Hand voll überlebt.
Koedukative Schulen müssen ihr Material unabhängig vom Geschlecht der Lernenden gestalten, die Tests und Verhaltensmuster vereinheitlichen. Als Ergebnis war auf diesem Weg zur perfekt ausgeglichenen Schullandschaft aus dem „gleichberechtigt“ ein „genauso wie“ geworden. Aber es gibt ein Problem, wenn man geschlechtsspezifische Unterschiede ausblendet: Jungen und Mädchen sind nicht gleich. Sie entwickeln sich nicht auf die gleiche Weise und auch nicht im selben Tempo. Die meisten Eltern wissen z. B., dass sich Jungen in allem etwas langsamer entwickeln, angefangen beim Vokabeln lernen bis hin zur Schreibkunst, selbst bei so einfachen Fähigkeiten wie still sitzen.
Benachteiligung der Jungen von Anfang an

Wenn kleine Jungen heute zur Schule kommen, betreten sie eine Welt, die von Frauen dominiert wird. Der Anteil an männlichen Lehrern an amerikanischen öffentlichen Schulen ist auf dem niedrigsten Stand der letzten 40 Jahre. Die Mädchen um sie herum lesen schneller, haben ihre Gefühle besser unter Kontrolle, kommen besser mit den heutigen schulischen Anforderungen zurecht, was das gemeinschaftliche Lernen und den Ausdruck von Gefühlen angeht. Jungen bevorzugen visuelle Stoffvermittlung und haben oft nicht die Feinmotorik, die Mädchen bereits früh entwickeln. Es gibt selten körperlichen Einsatz, Wettkämpfe oder Strukturen, die Jungen sich so oft wünschen. Und sie tun alles andere, als ihre Gefühle zu zeigen.
Aus diesen und anderen Gründen haben Jungen Schwierigkeiten, in der Schule aufmerksam zu sein. Sie ignorieren oft schulische Anweisungen und erledigen ihre Aufgaben schlampig. Sie sind 3 bis 4 mal so oft von Entwicklungsstörungen betroffen wie Mädchen und werden doppelt so oft als lernunfähig eingestuft. Viele werden für ihre Zornausbrüche bestraft, kontrolliert und mit Medikamenten behandelt, nur weil sie sich wie Jungen benehmen (einer von fünf weißen Jungen bekommt Ritalin). Manchmal dürfen sie noch nicht einmal in der Pause rennen. Das bedeutet, dass sie oft einen schlechten Start haben, den Anschluss nicht finden und häufig eine Aversion gegen die Schule entwickeln.
Laut einem umfassenden Bericht des Bildungsministeriums müssen Jungen in der Grundschule 50 % häufiger eine Klasse wiederholen als Mädchen und versagen in der Oberschule 3 mal häufiger. Bei Jungen aus Minderheiten- und sozial schwächeren Familien ist es noch dramatischer. Letztendlich entlässt das amerikanische Schulsystem Heerscharen von jungen Männern, die schlecht auf das Berufsleben vorbereitet sind oder kein Interesse haben, ihre Ausbildung fortzusetzen, obwohl die drastischen Auswirkungen auf das zukünftige Einkommen wohlbekannt sind. Das ist schlecht für Männer, Frauen, die wirtschaftliche Zukunft des Landes und die ganze Gesellschaft.
Ein Vergleich, wie die vielen noch existierenden und bereits untergegangenen Kulturen mit der Ausbildung ihrer jugendlichen Generation umgegangen sind, führt uns zu der aktuellen Relevanz einiger alter, bewährter Methoden. Frau Margaret Mead, wie auch andere Anthropologen, sagen uns, dass nahezu alle blühenden Kulturen Jungen und Mädchen getrennt ausgebildet haben. Derzeit bestätigen Biologen und Verhaltensforscher regelmäßig diese intuitive geschlechtsspezifische Annahme und empfiehlt der Staatlichen Akademie der Wissenschaften die Geschlechterunterschiede „vom Schoß bis zum Grab“ zu untersuchen.
Kaum noch monoedukative Angebote für Eltern, die das wollen

In Amerika gibt es mehr als 90.000 koedukative Schulen. Während die monoedukativen Schulen lange bei den Bistums- und Privatschulen üblich waren, gab es noch bis zum letzten Herbst knapp 250 öffentliche Schulen, verteilt auf 33 Staaten, die dieses Angebot machten. Aufgrund der sich verschlechternden Situation für Jungen hat das Bildungsministerium im letzten Herbst schließlich den Schulbehörden die Genehmigung erteilt, flexibel auf Anträge von monoedukativen Klassen zu reagieren. Die ersten Versuche müssen nun schlüssige Ergebnisse erzielen, aber es gibt bereits eine steigende Anzahl von anekdotischen Beweisen und ersten Ergebnissen, die zeigen, dass es weitreichende Vorteile für beide Geschlechter gibt.
Private monoedukative Schulen waren lange erfolgreich. Berichte von Lehrern, die bereits früh die Vorteile dieser neuen Flexibilität erfahren haben, sind zumeist sehr erfreulich. Befürworter weisen auf Versuche wie diesen hin, dass in einer 4. Klasse einer Grundschule in Florida, die Schüler aus monoedukativen Klassen – sowohl Mädchen als auch Jungen – deutlich bessere Noten bei landesweiten schriftlichen Tests erzielten. Weitere vielversprechende Versuche gab es in vielen Staaten, wie Alabama, Louisiana, New York, wie auch in Kanada und Irland. Jungen und Mädchen scheinen aufzublühen, wenn ihnen der Konkurrenzkampf und der soziale Druck, der in koedukativen Klassen herrscht, erspart bleibt, und sich Disziplinprobleme deutlich verringern.
Die Hoffnung auf „Einsicht“ bleibt

Eine Richtliniennovellierung der Kultusministerkonferenz im Jahr 2002 weist – trotz vereinzelter Vorbehalte – auf ein positives Ergebnis der monoedukativen Erziehung für Jungen und Mädchen hin, einschließlich besserer Lesefähigkeiten und Fremdsprachenkenntnisse, weniger geschlechtsspezifischer, stereotyper Verhaltensmuster, mehr Zeit für Hausaufgaben, höherer Bildungsziele und weniger Stereotypen in der Geschlechterrolle. Der Bericht besagt, dass die positiven Effekte am deutlichsten bei Mädchen und unter Minderheiten beider Geschlechter hervortreten.
Die Zeit ist reif, um Versuche wie monoedukative Schulen oder Weiterbildungen für Lehrer und Erzieher im Bereich des unterschiedlichen Lernens von Jungen und Mädchen zu starten. Die Institutionen im Bereich Bildung und Erziehung müssen für die Entwicklungsunterschiede der Geschlechter sensibilisiert werden.
Unsere Schulen haben den Auftrag, junge, begeisterungsfähige Menschen auszubilden und auf das Leben vorzubereiten. Amerika kann damit fortfahren, überholte Genderfantasien zu nähren oder es kann die faszinierende Unterscheidung der Geschlechter durch eine nuancierte Ausbildung entwickeln, die die Jungen und Mädchen als die wunderbaren, anspruchsvollen und wundersamen Geschöpfe behandelt, die sie sind.
Micheal Gilbert ist Autor des Buches „The Disposable Man“ und leitendes Mitglied des Zentrums für die digitale Zukunft an der Universität von Süd-Kalifornien.
Link zum >Originalartikel
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