Ehrensenator per Euro

Ein Stifter, der sein Geld im Baugeschäft verdiente, darf sich nun Ehrensenator nennen. In Heidelberg sitzt einer der Hauptsponsoren der Universität.
Doch verlässliche Erträge aus dem Fundraising können bislang nur zwei staatliche Hochschulen vorweisen: die TU München und die Universität Mannheim. In der ZEIT− Umfrage schafften sie neben Heidelberg als Einzige den Sprung über die Fünf−Millionen−Marke bei den Spendeneinnahmen.
Sechs Geldsammler, mehr als jede andere staatliche Hochschule, beschäftigt die TU München. Zwei von ihnen sind nur für die Verwaltung des eingeworbenen Geldes und die Betreuung der Großspender zuständig. Sie schicken den Gönnern Grüße und Geschenke zu Weihnachten, Geburtstag und silberner Hochzeit oder
laden sie zu exklusiven Veranstaltungen mit Topwissenschaftlern ein. Besonders verdiente Mäzene können.
Aufsichtsratsvorsitzende des Finanzdienstleisters MLP, im Hochschulrat. Und stiftet ein Mäzen einen Lehrstuhl, darf er in München bei der Auswahl des neuen Professors dabeisitzen, "selbstverständlich, ohne Einfluss auf die Entscheidung zu nehmen", versichert Fundraisingchef Arnulf Melzer.
Fairerweise muss man sagen, dass es die TU München bei der Spendenakquise leichter hat als andere Hochschulen. In Rankings steht sie an der Spitze, ihre technische Ausrichtung ebnet ihr den Weg in die Vorstandsetagen vieler Unternehmen. Melzers größter Trumpf ist allerdings TU−Präsident Wolfgang Herrmann, der sich als oberster Spendenschnüffler seiner Universität versteht. "Herrmann denkt sich heute ein Projekt aus, trifft morgen eine Person, die als Spender infrage kommt, und schiebt mir übermorgen einen Zettel mit der Botschaft rüber: "Arnold, weiterbehandeln", schwärmt Melzer.
"Fundraising ist Chefsache", sagt auch der ehemalige Präsident der Hochschulrektorenkonferenz Klaus Landfried. "Doch die wenigsten Präsidenten nehmen das wahr". Gerade wenn ein Spendensucher eingestellt worden ist, glauben viele Hochschulleitungen, das Thema vom Hals zu haben. Das Gegenteil sei richtig, sagt Marita Haibach: "Gute Fundraiser machen ihrem Präsidenten Arbeit".
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