Costa Rica hilft uns aus der Bildungsmisere

Von der UN geschickt konnte Herr Munoz sogar ohne Deutschkenntnisse nach fünf Tagen die entscheidenden Impulse zur Verbesserung unserer Schullandschaft geben. Ministerin Schavan war zutiefst dankbar und versprach entsprechende Maßnahmen.
Als UN-Sonderberichterstatter reiste Herr Munos aus Costa Rica 5 volle Tage durch die verschiedenen Bundesländer, um sich ein Bild unserer Bildungssituation zu verschaffen.
Wie gut ihm das gelungen war, zeigte er am Ende durch sein Statement, dem noch ein detaillierter Bericht folgen wird. Zwar konnte er mit dem föderalistischen Bildungssystem in Deutschland nichts anfangen, dafür war er aber überzeugt, dass eindeutig Verstöße gegen die Menschenwürde vorliegen, verursacht durch eine zu frühe Differenzierung unserer Schulen in Gymnasien, Real- und Hauptschulen. Sein eindeutiges Plädoyer für die Gesamtschule freute denn auch diejenigen unserer Bildungspolitiker, die seit Jahren erfolgreich verhindern, dass die Ergebnisse der Gesamtschulen einer größeren Öffentlichkeit bekannt werden. Sie möchten anderen den Schock ersparen, den sie dadurch bekommen können.
Herr Munoz ist wohl der Meinung, dass eine Bevölkerung, die nur noch durch Gesamtschulen geschleust wurde, in Zukunft seine Ausführungen mangels eigener klarer Konzepte in die Tat umsetzen wird.
Es kann schon nachdenklich machen, dass wir weiterhin so konzeptlos die Bildung der nächsten Generation betreiben. Jedenfalls kann man nur hoffen, dass der noch ausstehende Bericht nicht Wasser auf die Mühlen derer ist, die als Allheilmittel die Gesamtschule wider besseres Wissen propagieren. Die Differenzierung durch das gegliederte Schulsystem in die Nähe von Menschenrechtsverletzungen zu rücken, ist allerdings ein Gedanke, mit dem sich alle diejenigen kaum anfreunden können, die unser althergebrachtes Schulsystem durchlaufen haben.
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