Psychologie des Alltags (24): Der Tod

 Der Tod
Der November ist traditionell der Monat, in dem man auf die Friedhöfe geht, um die Gräber der verstorbenen Angehörigen zu besuchen. In der heutigen Zeit ist der Tod zwar "virtuell" stets gegenwärtig: in Film und Fernsehen, in Computerspielen - aber der "reale" Tod gerät oft aus dem Blick. In unserer Serie über wichtige Lebensthemen geht es heute um diese Wirklichkeit, der wir alle eines Tages begegnen werden. Wichtig ist es zudem, mit Kindern über dieses Thema zu sprechen. Wir hoffen, dass Sie aus der Lektüre des Artikels einige Anregungen für solche Gespräche gewinnen können.
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Psychologie des Alltags (23): Einfachheit

 Einfachheit
Die Aufforderung, „nur bescheiden sein“, wie sie wiederholt vorgebracht wird, erweckt den Eindruck einer gewissen tugendhaften Anspruchslosigkeit, Mäßigkeit und Einfachheit, die dem Durchschnittsmenschen eines „kleinen neutralen Landes“ wesentlich zu eigen sind. Wenn man aber die persönlichen Umstände, die solch einen gutherzigen, gemütlichen Spruch umrahmen, vorurteilslos betrachtet, fällt das Philisterhafte, Tugendboldmäßige, Opportunistische fast schmerzlich in die Augen. Nicht Einfachheit wird durch dieses Verlangen nach Bescheidenheit ausgedrückt, sondern lediglich Bequemlichkeit und Flucht vor jeder Forderung des Geistes und vor jedem Extremismus der Liebe.
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Psychologie des Alltags (22): Entscheidung

 Entscheidung
Entschlossene Menschen sind zu allen Zeiten bewundert worden, denn die Fähigkeit, inmitten einer problematischen Welt Entscheidungen zu treffen, beweist eine beneidenswerte Lebensnähe, bedeutet fruchtbare Übereinstimmung mit dem Rhythmus der Welt. Jede Unentschlossenheit erweckt hingegen leicht den Eindruck lebensfeindlicher Entfremdung, Verengung des Herzens, Knebelung des gesamten Daseins, Verstümmelung aller Entfaltungsmöglichkeiten.
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Psychologie des Alltags (21): Schuldgefühl

 Schuldgefühl
Die Geschichte vom verbrecherischen Ritter, der den Bischof mit dem Schwert bedroht, um von ihm die Lossprechung von seinen Sünden zu erzwingen, ist hinlänglich bekannt. „Entweder erteilst du mir die Absolution, oder ich bringe dich um!“, wetterte der Grobian. Und als der Bischof antwortete „Schlag doch zu!“, legte er das Schwert beiseite und meinte lässig: „Ich liebe dich nicht genug, um dich ins Paradies zu schicken.“
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Psychologie des Alltags (20): Angst

 Angst
„Ich habe keine gute Zeit hinter mir und weiß es vielleicht erst seit einem gewissen kleinen Erlebnis, das ich vor drei Tagen hatte ... Ich hatte mich nicht in der Hand, o wie gar nicht hatte ich mich in der Hand! Krank fühlte ich mich von innen heraus, aber es war nicht mein Körper, ich kenne meinen Körper zu gut. Es war die Krise eines inneren Übelbefindens. Ganz kleine sinnwidrige Regungen von Unlust waren diese frühen Anwandlungen gewesen, ganz unbedeutende, fast dauerlose Verkehrtheiten und Unsicherheiten des Denkens oder Fühlens, aber freilich etwas ganz Neues in mir.“
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Psychologie des Alltags (18): Mode

 Mode
Die Mode und das Moderne stellen nicht unbedingt das eigentlich Neue dar. Die Romantiker brachten auf ihrem Feldzug gegen die neuen Zeiten gerade das Mittelalter in Mode. Lange Haare haben jahrhundertelang ununterbrochen Männerhäupter geziert, und heute gelten sie als Provokation der dominierenden Adoleszentengeneration. Die mathematische Logik war 250 v. Chr. bei den durch die Säulenhalle (Stoa) Athens stolzierenden Philosophen en vogue, und sie funkelt immer wieder auf wie ein neugeborener Stern - bei Leibnitz, Withehead, Russell, Reichenbach.
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Psychologie des Alltags (17): Erfolg

 Erfolg
Immer wieder erfahren wir zu unserer nicht geringen Überraschung, dass Menschen, die der Erfolg geküsst hatte, Selbstmord begehen. Weltbekannte Männer und Frauen, die auf ihren Lorbeeren hätten ausruhen können, zeigten sich plötzlich von tiefster Schwermut erfasst und kehrten der Bühne dieses großen Welttheaters unverständlicherweise den Rücken. Welch geheimnisvoller Gott ist der Erfolg, der seine eigenen Kinder ermordet?
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Psychologie des Alltags (16): Müdigkeit

 Müdigkeit
So mancher Dickbäuchige unserer Wohlfahrtszeit gibt sich jovial, gemütswarm und gebefreudig. Dennoch wird er nicht selten müde, weil sein Gewicht allzu groß ist und als Ballast empfunden wird. Wenn man ihn dann näher beobachtet, kann man feststellen, dass Hingabe und Seelengröße kaum den Bereich der Oberflächlichkeiten und der materiellen Interessen überschreiten: die Sphäre wirklich menschlich-geistiger Bezüge steht bei ihm völlig leer, und seine Müdigkeit ist viel mehr seelische Armut als eine Folge körperlichen Gewichtes.
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Psychologie des Alltags (15): Fortschritt

 Fortschritt
Da Welt und Leib miteinander unaufhörlich Zwiegespräch halten, nimmt der Leib jene Form an, die der Umwelt entspricht. So läßt die starre Unbeweglichkeit gewisser Geisteskranker - in der Fachsprache als „Katatonie“ bezeichnet - sich als Leibesform und Leibeshaltung deuten, die einer Welt entsprechen, in der Richtung, Zweck und Sinn verlorengegangen sind. Alles, was uns sogenannten Durchschnittsmenschen auf dieser Welt begegnet, erscheint als irgendwie sinnvoll und nützlich: Die Rose in der Vase nehmen wir als ein Zeichen der Zärtlichkeit und der Liebe oder als Dekorationselement für ein Zimmer. Wir sehen nicht nur, wie sie aufblüht, wir rechnen auch, wie lange sie noch frisch bleiben wird.
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Psychologie des Alltags (14): Dienen

 Dienen
„Servus!“ grüßt man ständig und höflich in meinem Land Österreich und in einer Gesellschaft, in der niemand eine echte Haltung des Dienstes einnehmen möchte. Wir stehen vor einer Gefahr, deren Ausmaß sich noch nicht übersehen lässt. Einige Berufe, deren Eigenart das Dienen besonders in den Vordergrund rückt - Krankenschwester, Dienstmädchen -, verschwinden allmählich; und dieses langsame Aussterben bedroht wesentliche Elemente unseres gesellschaftlichen Lebens.
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