Via Crucis - eine spirituelle Entdeckungsreise (1)

In unserer Umwelt begegnen wir, wenn wir die Augen aufmachen, täglich vielen Hinweisen auf den christlichen Glauben, sei es in Kunst und Architektur, Sprache und Literatur, oder auch in Redewendungen und Sprichwörtern (1); überall gibt es Kirchen und Kathedralen, Gemälde, Dichtungen und natürlich die Musik (2). Das häufigste und unverwechselbarste christliche Zeichen ist und bleibt dabei das Kreuz (3). Aber auch gläubige Christen haben sich vielleicht schon ein wenig zu sehr daran gewöhnt und machen sich nicht immer die Tiefe dieses Zeichens hinreichend klar.

Der Papst empfiehlt der Kurie eine Liste von Tugenden als Mittel gegen Versuchungen

Am Ende des Jahres 2015, in dem sein Bemühen, den Vatikan zu reformieren, mit hartnäckigem, ja teils erbittertem Widerstand begegnet wurde, nutzte Papst Franziskus seine dritte Ansprache an die Kurie, eine umfassende Liste von „Antibiotika“ zur Bekämpfung der „Krankheiten“, die er in seiner Ansprache des vergangenen Jahres ausgemacht hatte, zu „verordnen“. Obwohl seine Ansprache an die Mitglieder der Kurie gerichtet war, machte der Papst klar, dass die Tugenden für jede Organisation gelten, innerhalb der Kirche ebenso, wie außerhalb.

Meditation, Old School (3)

Es war schon von dem „Geheimnis des Rosenkranzes“ die Rede, seiner unerwarteten, hilfreichen Wirkung auf die Betenden. Man spricht aber auch im engeren Sinne von „Geheimnissen“ des Rosenkranzes, wenn die darin betrachteten einzelnen Themen, die Episoden aus dem Leben des Jesus Christus gemeint sind. In diesem Sinne bezeichnen die „freudenreichen Geheimnisse“ die Ereignisse um Geburt und Kindheit, und die „lichtreichen“ sind jene, die das irdische Wirken Jesu zum Inhalt haben. Dagegen nennt man die Stationen der Passion Christi die „schmerzhaften“ Geheimnisse und jene, die von seiner Auferstehung handeln logischerweise die „glorreichen“. In diesen etwas altmodisch klingenden seit alters her überlieferten Benennungen spiegelt sich eine Sprache, die vielleicht nicht mehr der unserer Alltagswelt entspricht; aber dafür sind sie unmittelbar verständlich. Ein Sonderfall sind die „lichtreichen“ Geheimnisse, die erst von Johannes Paul II. eingeführt wurden (1).

Meditation, Old School (2)

Rosenkränze sind inzwischen als modisches Accessoire wieder häufiger zu sehen, manchmal nur als aparter Halsschmuck, manchmal durchaus mit einem diskreten religiösen Hintergrund. Es lohnt sich, sie einmal im ursprünglichen Sinne zu verwenden, denn dieses kontemplative Gebet hat die Eigenschaft, heilsam und ermutigend zu wirken, wenn wir unsere Sorgen, Ängste und Nöte - oder auch unsere Freude, Begeisterung und Dankbarkeit - mit hinein nehmen.

Meditation, Old School (1)

In westlichen Gesellschaften – die sich zugleich als Leistungsgesellschaften definieren und als Spaß- oder Freizeitgesellschaften fühlen – gibt es ein zunehmendes Bedürfnis nach „Ausgleich“ und Entspannung, nach „Entschleunigung“ und „Wellness“, gern verbunden mit ein wenig Sinngebung. In den letzten Jahrzehnten wurden fast alle Lebensbereiche schleichend vom Leistungsdenken und vom ewigen Wettbewerb erfasst, bis tief hinein ins Familienleben und auch die Freizeitgestaltung. Zugleich schwanden rapide fast alle spirituellen Bezugspunkte im täglichen Leben, die zuvor eine anstrengende und oft harte Lebenswirklichkeit in Perspektive gesetzt und damit erträglich gemacht hatten. Angesichts der entstandenen spirituellen Ödnis blühen schon seit langem diverse Angebote auf dem „Sinngebungsmarkt“ und in der Wellness-Industrie; sehr häufig finden sich dabei Schwundformen asiatischer religiöser Traditionen. Bei der Suche nach Entlastung und Heilung muss man aber nicht in die Ferne schweifen; ein Comeback traditioneller christlicher Meditation kann auch in einer „religiös unmusikalischen“ Gesellschaft zu erstaunlichen Wirkungen führen.

Credo (7)

Der dritte und abschließende Teil des Credo öffnet den Blick in die Zukunft: Vom Bekenntnis zum ewigen Gott und Schöpfer (1), über die Menschwerdung in Jesus Christus auf das Wirken des Heiligen Geistes und auf die „letzten Dinge“.

Credo (6)

Gerichtsworte sind nicht beliebt, und in manchen europäischen Ländern, ganz sicher aber in Deutschland, findet seit Jahrzehnten eine religiöse Sozialisation statt, die vielfach nichts so sehr fürchtet wie Gerichtsworte. Selbst namhafte Theologen warnen vor jeder Art von „Droh-Botschaft“.

Credo (5)

An der Auferstehung scheiden sich die Geister – im wahrsten Sinne des Wortes. Und das nicht erst in unserer Zeit. Schon der Apostel Paulus hat das erlebt, als er in Athen (1) predigte. Die Authentizität seines Glaubens beeindruckte offenbar die Menschen, die die Leere und mangelnde Spiritualität ihres Götterglaubens nur zu deutlich gespürt haben dürften.

Credo (4)

Hier sind wir in der Mitte des Credo, am Dreh- und Angelpunkt des christlichen Glaubens, an einem Punkt, der nicht immer gern betont wird, an dem aber kein Weg vorbei führt: Das Kreuz ist das Zeichen der Christen, mehr als alle anderen (1). Es wurde dafür schon in der Antike oft bekämpft und relativiert, und auch heute gibt es - sogar in offenen demokratischen Gesellschaften - immer wieder Versuche, es aus dem Weg zu schaffen und aus dem öffentlichen Blickfeld zu entfernen.

Credo (3)

Wir kommen beim Credo nun zu der Aussage "und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria". Damit bekennen wir zunächst ausdrücklich, was implizit schon im Bekenntnis zu Gott dem Vater enthalten war: Er ist nicht ein ferner, übermächtiger, unnahbarer, sondern ein naher, liebender, zugewandter Gott, der es sozusagen in seiner Allmacht nicht aushält, sondern auf uns zugeht – bis dahin, dass er selbst Mensch wurde (1).

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