Rezensionen

Raum (Room)

Der kleine Jack (Jacob Tremblay) feiert seinen fünften Geburtstag. Für seine Mutter Joy (Brie Larson) ist dies der Anlass, Jack über die Welt „draußen“ aufzuklären. Denn Jack hält bislang nur für „echt“, was sich innerhalb seiner kleinen Welt abspielt. Wie diese aussieht, zeigt die Kamera von Danny Cohen im Spielfilm „Raum“ von Lenny Abrahamson (Regisseur) und Emma Donoghue (Drehbuch- und Autorin des Romans, auf dem der Film basiert) in zunächst sehr fragmentarischen Bildern: ein Bett, ein Tisch, ein Fernseher, ein Schrank, ein Waschbecken... Nach und nach setzt sich der titelgebende „Raum“ zusammen: Neun Quadratmeter ohne Fenster – lediglich ein kleines Oberlicht lässt etwas Tageslicht in den Raum hineinscheinen und einen Ausschnitt Himmel frei.

Das Tagebuch der Anne Frank

Zusatz: Interview mit Drehbuchautor Fred Breinersdorfer und Otto-Frank-Darsteller Ulrich Noethen. Über Anne Frank sind bereits mehrere Spielfilme zumeist aus dem angelsächsischen Sprachbereich gedreht worden. Filmemacher Fred Breinersdorfer (Drehbuch) und Hans Steinbichler (Regie) bleiben in ihrem neuen Film so nah wie möglich an der Vorlage, am weltberühmten Tagebuch. Daher auch der Filmtitel „Das Tagebuch der Anne Frank“. Selbst für Leser, die das Tagebuch kennen, bietet der Film jedoch auch Neues. Denn das Drehbuch entstand nach einer von den redaktionellen Eingriffen durch Anne Franks Vater Otto befreiten Ausgabe. So tritt beispielsweise das schwierige Verhältnis Annes zu ihrer Mutter im Film deutlich hervor.

Bücherrezensionen zum Thema Behinderung

Zwei Bücher, die zeigen, welche Bereicherung behinderte Kinder darstellen, wenn sie mit Liebe aufgenommen werden und wie viel Liebe sie den Erwachsenen schenken können.

Hail, Caesar!

Joel und Ethan Coen gehören zu den amerikanischen Filmregisseuren, deren Filmwerke zwischen der sogenannten „Independent-Szene“ und dem Hollywood-Mainstream schwanken. Im eher zur ersten Kategorie gehörigen Film „Barton Fink“ (1991) lieferten sie eine bitterböse Abrechnung mit dem Studiosystem im Hollywood der 1940er Jahre. Barton Fink ist ein vielversprechender, naiver Broadway-Autor, der aus Hollywood ein lukratives Angebot erhält: Für die (fiktiven) Capitol- Studios soll Barton ein Drehbuch entwickeln. Aber eigentlich gerät er in einen Strudel von Traumwelt und Wahnvorstellung.

Robinson Crusoe

Vincent Kesteloots Animationsfilm trägt zwar den Filmtitel „Robinson Crusoe“. Mit der Geschichte des Schiffbrüchigen aus dem weltbekannten Roman von Daniel Defoe (1719) hat seine Handlung jedoch nur entfernt etwas gemeinsam. Dass die Animation durchaus gelungen ist, stellt Kesteloots Film von Anfang an unter Beweis. In einer langen Sequenz jagt eine Katze zwei Mäuse kreuz und quer über das Deck eines Piratenschiffs. Die bestens animierten dynamischen Bewegungsabläufe der Tiere legen die Animations-Latte sehr hoch.

The Revenant - Der Rückkehrer

Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts stand die „Frontier“ der Vereinigten Staaten, das Grenzland, in dem die einheimischen Indianerstämme immer weiter nach Westen gedrängt wurden, westlich des Flusses Mississippi-Missouri. In für Weiße bis dahin unbekannte Teile des nordamerikanischen Subkontinents stießen insbesondere die Mitglieder der 1823 gegründeten Pelzhandelsgesellschaft „Rocky Mountain Fur Company“. Dieser Gesellschaft trat als Scout und Trapper Hugh Glass (um 1783 –1833) bei, der in der Gegend bereits einige Jahre verbracht hatte.

Star Wars: Das Erwachen der Macht

„Wir sind zu Hause“. Diese schlichten und zugleich emotionsgeladenen Worte, die in „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ einer der alten Helden ausspricht, geben wahrscheinlich am ehesten die Empfindung wieder, die den Zuschauer in der nun angelaufenen Episode VII der Star Wars-Sage beschleicht. Das Gefühl, in eine vertraute Welt einzutauchen, stellt sich bereits ein, als der legendäre erste Satz „Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis“ in grüner Farbe auf der Leinwand erscheint, und erst recht, als der inzwischen ebenso berühmte, von der „Star Wars“-Fanfare untermalte Lauftext in steilem Winkel von unten nach oben durchs Bild läuft, bis er in einem entfernten Sternenhimmel wieder verschwindet.

Heidi

Johanna Spyris (1827–1901) Romane „Heidis Lehr- und Wanderjahre“ (1880) und „Heidi kann brauchen, was es gelernt hat“ (1881) erreichen eine weltweite Gesamtauflage von 50 Millionen Exemplaren in fast 60 Sprachen. Damit gilt „Heidi“ nicht nur als erfolgreichstes fiktionales deutschsprachiges Buch. Diese Romane haben außerdem die internationale Wahrnehmung der Schweiz entscheidend geprägt. Seit einem ersten Stummfilm aus dem Jahre 1920 wurde „Heidi“ mehrfach verfilmt, wobei insbesondere die japanische Zeichentrickserie von Hayao Miyazaki und Isao Takahata (1974) weltweite Popularität erreichte.

Die Tribute von Panem - Mockingjay Teil 2

Die Verfilmung der dystopischen Trilogie „Die Tribute von Panem“ („The Hunger Games“) von Suzanne Collins kommt nun zum Abschluss: Nach „The Hunger Games“ (2012) und „Catching Fire“ (2013), die den ersten beziehungsweise den zweiten Band für die große Leinwand adaptierten, wurde die Adaption des Abschlussbandes „Mockingjay“ in zwei Filme geteilt. Startete letztes Jahr „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1“ (siehe Filmarchiv), so folgt nun der zweite Teil. Nach der Rettung Katniss Evergreens aus der Arena, in der die Jubiläums-„Hungerspiele“ stattfanden, mit der sowohl der zweite Band als auch der zweite Film „Catching Fire“ endete, spielt sich die erste Hälfte des dritten Bandes beziehungsweise der dritte Film „Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1“ komplett im Distrikt 13 ab.

Spectre

„Die Toten leben“ heißt es auf einem Zwischentitel zu Beginn des neuen James-Bond-Filmes „Spectre“. Dies bezieht sich zunächst einmal vordergründig auf die Eingangssequenz des inzwischen 24. Bond-Filmes. Am „Tag der Toten“ versucht James Bond (Daniel Craig) in Mexiko City einen italienischen Gangster auszuschalten, der ein Massenattentat plant. Bonds Weg führt zunächst durch die Massen, die an diesem Tag in der Stadt kostümiert unterwegs sind, und endet in einer wilden Verfolgungsjagd auf der Erde und in der Luft. Ein spektakulärer Auftakt, die sogar die Anfangssequenz des letzten James-Bond-Films „Skyfall“ (siehe Filmarchiv) in den Schatten stellt. Denn Kameramann Hoyte van Hoytema filmt regelrecht aus dem Geschehen heraus.

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