Negativer Bescheid des Bildungsministeriums ist bedauerlich und enttäuschend

MAI 2007

Wie das Brandenburger Bildungsministerium mitgeteilt hat, wurde der Antrag auf Errichtung eines christlich geprägten Jungengymnasiums in Brandenburg abgelehnt.

„Wir bedauern, dass dem Ministerium der Mut zu einer zukunftsweisenden Entscheidung gefehlt hat. Die Chance, die Vielfalt und Toleranz im Schulangebot zu erhöhen, wird verpasst“, erklärte der Vorsitzende der „Schulinitiative Erziehungstrends e.V.“ Christoph Rüssel. „Inzwischen verstehen wir uns immer mehr auch als Anwalt für die vielen Eltern und Kinder, die diese Schule ausdrücklich wünschen und uns gebeten haben, nicht aufzugeben. Wir werden uns weiter für ihre Rechte und ihre Wahlfreiheit einsetzen."

Der Artikel 7 Abs. 4 des Grundgesetzes lässt Private Schulen zu, wenn sie „in der wissenschaftlichen Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen zurückstehen und eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert wird“. Das Brandenburgische Schulgesetz beschränkt im § 1 (2) den Geltungsbereich seines Gesetzes selbst: „Auf Schulen in freier Trägerschaft findet dieses Gesetz nur Anwendung, soweit dies ausdrücklich bestimmt ist“.

Ein reines Jungen- bzw. Mädchengymnasium dient dazu, den entwicklungsspezifischen Besonderheiten von Schülern und Schülerinnen gerecht zu werden und für beide Geschlechter eine optimale Bildung zu gewährleisten. „Diese Entscheidung des Bildungsministeriums übergeht das grundgesetzlich verbürgte Elternrecht, alternative Schulformen für ihre Kinder zu wählen, wie es in anderen Bundesländern in über 100 Jungen- und Mädchengymnasien mit Erfolg praktiziert wird,“ erklärte Rüssel.

„Die der Begründung zugrunde liegende Rechtsauffassung ist daher nicht nachvollziehbar und die möglichen Folgeschritte werden in Ruhe geprüft.“