Mädchengymnasium in Jülich ist gut, meint Ministerin nach Schulbesuch

Beate Blechinger (CDU), die frühere stellvertretende Schulleiterin des bischöflichen Gymnasiums Fürstenwalde, hat bei ihrem Besuch des Mädchengymnasiums, das seit 35 Jahren von der Fördergemeinschaft für Schulen in freier Trägerschaft getragen wird, den Eindruck gewonnen, dass es eine hohe Qualität hat. So CDU-Fraktionschef Thomas Lunacek vor Journalisten. Er findet weiter, der Staat solle sich nicht dem Elternwillen und den Bestrebungen nach mehr Unterrichtsqualität in den Weg stellen: "Am Ende ist es eine Frage der Toleranz." Lunacek zufolge will die CDU das Thema im Kabinett zur Sprache bringen.

Das Bildungsministerium hatte zuvor den Antrag der Fördergemeinschaft auf Errichtung eines Jungengymnasiums in Potsdam abgelehnt. Dies war auch bei Juristen und Eltern bundesweit auf Verwunderung und Unverständnis gestoßen. Sowohl der Verwaltungsjurist Prof. Ulrich Häde von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder ("Das Koedukationsgebot im Landesgesetz gilt nur für öffentliche Schulen, aber nicht für Privatschulen.") als auch der Staats- und Kirchenrechtler Axel von Campenhausen sehen den Ablehnungsbescheid als juristisch nicht haltbar an. Es sei eine pädagogische Frage, ob der Koedukation oder der Geschlechtertrennung der Vorzug gegeben werde. Er räume der Elterninitiative für ihre Klage große Chancen ein, so von Campenhausen.

„Wir bedauern, dass dem Ministerium der Mut zu einer zukunftsweisenden Entscheidung gefehlt hat. Die Chance, die Vielfalt und Toleranz im Schulangebot zu erhöhen, wird verpasst“, erklärte der Vorsitzende der „Schulinitiative Erziehungstrends e.V.“ Christoph Rüssel. „Inzwischen verstehen wir uns immer mehr auch als Anwalt für die vielen Eltern und Kinder, die diese Schule ausdrücklich wünschen und uns gebeten haben, nicht aufzugeben. Wir werden uns weiter für ihre Rechte und ihre Wahlfreiheit einsetzen."