Ice Age 4 - Voll verschoben

Ice Age 4 - Voll verschoben
Manni, Diego und Sid sind wieder da. Im vierten „Ice Age“-Film „Voll verschoben“ erleben sie zusammen mit anderen prähistorischen Figuren lebensbedrohliche Abenteuer. Obwohl die verschiedenen Handlungsstränge manchmal etwas episodisch ausfallen und es dem Regieduo Steve Martino und Mike Thurmeier nicht immer gelingt, sie zu einer einheitlichen Handlung zusammenzufügen, überzeugt „Ice Age“ 4 – Voll verschoben“ nicht nur dank der hervorragenden Animation und der lustigen Einfälle, sondern insbesondere auch durch die Betonung der Familienwerte.
Filmische Qualität: 4 von 5 Punkten
Regie: Steve Martino, Mike Thurmeier
Darsteller (Stimmen): Otto Waalkes, Thomas Fritsch, Arne Elsholz, Annina Braunmüller, Max Felder
Land, Jahr: USA 2012
Laufzeit: 86 Minuten
Genre: Animationsfilm
Publikum: alle (FSK: ohne Altersbeschränkung)
Einschränkungen: --

Rezension: JOSÉ GARCÍA - www.textezumfilm.de

Nach der Einblendung „Die Erde vor langer, langer Zeit“ beginnt alles wie bereits in den früheren „Ice Age“-Animationsfilmen mit der Jagd des hyperaktiven Urzeitnagers Scrat nach einer Nuss. Als der Nager die Eichel endlich ergattern kann und sie auf dem Boden absetzt, spaltet der winzige Aufprall nicht nur den ganzen Berg. Darüber hinaus bricht die Erdkruste auf. Die Landmasse des Urkontinents spaltet sich in viele voneinander getrennte Teile, wodurch die heutigen Kontinente entstehen. Während Scrat im freien Fall dem Erdkern entgegenstürzt, erschüttern gewaltige Erdbeben die Oberfläche, sodass Manni (Stimme: Arne Elsholz), Diego (Stimme: Thomas Fritsch) und Sid (Stimme: Otto Waalkes) von Mannis Familie und den anderen Tieren getrennt werden. Während Mannis Frau Ellie und ihre inzwischen zum Teenager herangewachsene Tocher Peaches versuchen, sich vor einer heranrückenden Felswand in Sicherheit zu bringen, treiben Manni, Diego und Sid zusammen mit Sids Oma auf einem Eisberg aufs offene Meer, wo sie von blutrünstigen Piraten gefangengenommen werden. Ihr Anführer, der furchteinflößende Orang-Utan Kapitän Gutt, hält sich für den größten Freibeuter aller Zeiten. Sein erster Offizier ist das Säbelzahntiger-Weibchen Shira, das sich Diego ebenbürtig zeigt.
Die „Ice Age“-Filme der Filmstudios Blue Sky und Fox gehören zusammen mit den Pixar- und den DreamWorks-Animationsfilmen zu den erfolgreichsten Werken einer Sparte, die seit Mitte der neunziger Jahre einen beachtenswerten Aufschwung erfährt. Nach der Begeisterung, mit der „Ice Age“ (2002) aufgenommen wurde, fand die Geschichte um den Mammut Manni, das lispelnde Faultier Sid und den verschlagenen Säbelzahntiger Diego 2006 eine Fortsetzung in „Ice Age 2 – Jetzt taut's“. Im Jahre 2009 folgte dann „Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los“. Mit jeder Fortsetzung wurde die Animation lebendiger – im nun startenden vierten „Ice Age“-Film besticht der Realismus der Hintergründe und vieler Details, etwa Pflanzen und Haare, sowie die Wasseranimation. Mit jedem Film kamen auch neue Figuren dazu: Im jetzigen „Ice Age 4“ gehört neben anderen insbesondere Sids Oma dazu, die für eine Reihe Witze sorgt. Denn wie schon in den Vorgängerfilmen dient die Handlung vorwiegend der Charakterzeichnung.
Eine besondere Rolle in allen „Ice Age“-Filmen spielt Scrat, diese Mischung aus prähistorischer Ratte und Eichhörnchen, die sich bereits im ersten Film als Publikumsliebling herausstellte. Wurde deshalb in „Ice Age 2 – Jetzt taut's“ Scrats Part zu einer regelrechten Parallelhandlung ausgebaut, so bekam das Eichhörnchen in „Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los“ in der Figur der Scratte Gesellschaft, mit der der Urzeitnager um die letzte Nuss kämpfen muss. Für „Ice Age 4 – Voll verschoben“ entwickelten die Regisseure Steve Martino und Mike Thurmeier eine andere Strategie: Scrat kreuzt immer wieder den Weg der anderen. Die Kamera folgt ihm jeweils eine kurze Zeit, ehe sie sich wieder den Haupthandlungen widmet. Scrats Story entwickelt sich dadurch zu einer selbstständigen Parallelhandlung, die mit den Hauptgeschichten eigentlich nicht unmittelbar verknüpft ist.
Zwar glückt dem Regieduo die Verknüpfung der zwei Handlungsstränge nicht immer, wodurch hin und wieder die Spannung nachlässt. Zudem erweist sich der Nebenstrang mit dem Konflikt zwischen dem Vater und der pubertierenden Tochter als zu abgedroschen. „Ice Age 4 – Voll verschoben“ ist jedoch immer wieder für eine Überraschung gut. Eine hervorragende Animation, bei der sich allerdings der 3D-Effekt als überflüssig herausstellt, und der durchgängige Humor machen die dramaturgischen Schwächen wieder wett. Darüber hinaus überzeugt der Film von Steve Martino und Mike Thurmeier wegen der Familienwerte, die mit jedem „Ice Age“-Film Teil immer mehr im Vordergrund stehen. Dazu führt Lori Forte, die Produzentin aller Filme und Mitautorin von „Ice Age – Voll verschoben“, aus: „In Ice Age war immer die Familie das eigentliche Thema. Ganz egal, welche Story wir in den ,Ice Age‘-Filmen erzählt haben, letztlich ging es immer um Familienbande – darum, wie Manni, Diego, Sid und ihr ganzer Anhang füreinander da sind. Solche Geschichten und der Humor, der darin steckt, finden auf der ganzen Welt Anklang.“

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